Dreihundert
und
zweiundachtzigste Nacht.
Die Prinzessin sprach: „Nun ist eö entschuldigt, und wir denken nichts Böses mehrvon ihm." Die Alte sagte: „O meine Gebieterin! es gibt nichts Zärtlicheres auf derWelt, als ein Männchen gegen sein Weibchen, bei allen Geschöpfen Gottes, besondersaber bei den Menschen. Oft hungert der Mann, um die Frau zu speisen, er bleibtnackt, um sie zu kleiden, erzürnt lieber seine Eltern, um sie zu befriedigen; sie fällt ihman die Brust und er umarmt sie, sie können nicht mehr getrennt leben, er wird ihrdann theurer als ihre Familie und Kinder. So war einst ein König, der seine Frauso sehr liebte, daß, als sie starb, er aus Liebe sich mit ihr beerdigen ließ. So starbauch einst ein König, und als man ihn beerdigen wollte, sagte seine Frau zu ihrenLeuten: Laßt mich mit ihm das Grab theilen, wenn ihr nicht wollt, daß ich michtödte! Als sie dies von ihr hörten, zogen sie ihr die hübschesten Kleider und den reichstenSchmuck an, und aus Liebe begrub sie sich selbst mit ihm."
Die Alte fuhr dann so fort, ihr von den Männern und Frauen zu erzählen, bisaller Männerhaß im Herzen der Prinzessin verschwunden war und sie sprach: „O meine