Dreihundert und achtundsrebenzigste Nacht.
was ich mit der Ausbesserung dieses Schlosses wollte? und ich habe dir geantwortet,du wirst schon sehen, so Gott will. Nun, ich selbst habe diese Malerei angcordnet; ichhabe den Malern befohlen, das Männchen in den Krallen des Adlers zu malen, damites die Prinzessin sehe, das Männchen entschuldige und die Männer nicht mehr hasse."Als der Prinz dies hörte, freute er sich sehr, dankte dem Vezier und sprach: „EinMann wie du verdient cs, Vezier der Könige zu seyn. Bei Gott! wenn ich meinenZweck erreiche und zu meinem Vater zuriickkehre, so muß er dir noch mehr Guteserweisen und dich mit einem höher» Rang bekleiden." Der Vezier küßte ihm die Handund wünschte ihm viel Glück. Dann suchte er den Alten auf und sagte ihm: „Sieh',wie schön dieser Ort nun ist!" Der Alte antwortete: „Eure Hoheit hat dies gcthan!"Der Vezier sagte ihm weiter: „Wenn deine Freunde dich fragen, wer dies hat machenlassen, so sage nur, du habest so und so viel dafür ausgegeben, damit dir Gutes dafürerwiesen werde." Der Alte erwiderte: „Gut, ich werde gehorchen."
Von diesem Tag an verließ der Prinz diesen Ort nicht mehr, beschenkte reichlichden Wächter nnd trennte sich nicht mehr von ihm, weder bei Tag noch bei Nacht. Dasist's, waö Diese betrifft; was aber die Prinzessin angeht, so hatte sie, als der Briefwechselaufhörte, geglaubt, der junge Mann habe die Stadt verlassen, sic freute sich darübersehr und lebte vergnügt, bis ihr eines Tages ihr Vater ein bedecktes Kästchen schickte.Als sie es öffnete, fand sic Früchte darin und fragte ihre Sklavinnen: „Sind dieFrüchte ganz reif?" Sie antworteten: „Ja; o möchtest du uns die Vorbereitungenzum Spaziergang in dem Garten machen lassen! willst du?" Sie antwortete: „Wiekann ich anders, gehen wir nicht jedes Jahr in den Garten, um den Farbenwechselund die herbstliche Natur zu sehen, zu spielen und uns zu freuen? Doch fehlt diesmaldie Amme, die ich schlagen und vertreiben ließ. Aber bei dem erhabenen Gott! ichsehne mich nach ihr und bereue, was ich ihr gethan; sie ist doch immer meine Amme,und ich bin ihr meine Erziehung und lange Dienste schuldig; nur der Zorn hat michdazu verleitet."^'Als ihre Dienerinnen dies hörten, standen sie Alle auf, beugten sich,küßten die Erde vor ihr und sagten: „Bei Gott! Herrin, verzeihe ihr, sep gnädiggegen sie und erlaube ihr mitzukommen?" Die Prinzessin aber sprach: „Bei Gott!
das war meine Absicht, che ihr cs sagtet. Wer von euch geht zu ihr und bringt siemir her, schon habe ich ein schönes Kleid für sie bereitet?" Da traten zwei Sklavinnenhervor, die eine hieß Balid und die andere Suwad Allein, es waren die angesehenstenund der Prinzessin liebsten Sklavinnen unter allen, und sagten: „Wir wollen zu ihrgehen und sie hieher bringen."