Dreihundert und stebenundstebenzigste Nacht. ssj ^
ist deine Absicht bei der Herstellung dieses Schlosses?" Er antwortete: „Ich habe etwasi,n Sinne, das du, so Gott will, später erfahren sollst und worauf unser Wohl beruht."
Am folgenden Morgen ging der Vezier zu dem Obersten der Maurer und Anstreicherund forderte von ihnen die beste Arbeit, die sie zu liefern im Stande sepen. Zu denMaurern sagte er: „Streicht dieses Haus schön weiß an." Als dies geschehen war,gab er ihnen den Lohn und schickte sie fort. Er ließ hieraus die Maler kommen und
sagte ihnen: „Heute ist der Tag, wo wir eurer bedürfen; hört nun meinen Plan.
Wisset, ihr Gelehrten! ich schlief eines Tages in diesem Garten und sah im Traumeinen Jäger, der sein Netz auslegte und Weizen streute. Die Vögel versammelten sichum ihn her, um den Weizen aufzulesen; ein Männchen und ein Weibchen warendarunter; nach einer Weile fiel das Männchen in das Netz, und alle Vögel entflohen;das Weibchen aber kam wieder zurück und biß so lauge am Strick, der den Fußdes Männchens festhiclt,' bis es ib» losmachte und das Männchen mit ihm davonfliegen konnte. Dies Alles geschah, während der Vogelfänger schlief. Als er erwachte,fand er das Netz verdorben, er besserte cs wieder aus und streute wieder Weizen. DieVögel kamen wieder und hackten die Körner auf, bis das Weibchen in den Strick fiel. Alsdies die übrigen Vögel sahen, entflohen sie sämmtlich mit dem Männchen; der Jägeraber erwachte hiervon, nahm das Weibchen und schlachtete es. Als das Männchenwiederkehren wollte, um das Weibchen zu befreien, stürzte ein Adler über es her, zerrißes und trank sein Blut. Ich , wünsche nun, daß ihr mir meinen Traum mit allenFiguren auf diese Wand malet, mit dem Männchen, wie es später der Adler ergreiftund verzehrt. Führt ihr das nach meinem Wunsche aus, so werde ich es bei euremLohne nicht genau nehmen, sondern euch reichlich bezahlen." Sie sagten: „Herr! dusollst unsre Arbeit sehen." Sie holten allerlei Farben, bemalten das Schloß von Innenund von Außen, und malten in die Mitte, was ihnen der Vezier beschrieben; derselbe