410 Dreihundert und fünsuudsiebenzigste Nacht.
will dir nun einen guten Rath geben: wir haben noch einen Monat bis die Früchtereif werden; du weißt, mein Sohn, Liebe kann Alles; du gehst nun von heute an nachdem Garten, den ich dir zeigen werde, knüpfst mit dem Gartenhüter ein freundschaftlichesVerhältniß an und erzeigst ihm manche Wohlthaten, damit er dich lieb gewinne. Dann
bittest du ihn, er möge dich den Garten sehen lassen, worin du täglich spazieren
gehest; an dem Tage, bevor die Prinzessin in den Garten gehen will und ehe derThorhütcr es weiß, daß sie kommen wird, wird er dir denn auch, wie immer, erlauben,hineinzugehen; bringe sodann die Nacht darin zu, um, wenn die Prinzessin kommt, schondaselbst zu seyn. Sobald du sie siehst, gehe ihr entgegen; vielleicht, wenn sie dich
sieht, wird sie gerührt werden, denn die Liebe überwindet Alles. Auch bist du so schön,
mein Sohn, daß selbst ein Mönch, wenn er dich sähe, von deiner Schönheit überrascht^ würde." Er dankte, brachte ihr ein Stück Seidenstoff mit goldenen Franzen und andernj Stoffen, und sagte ihr: „O meine Mutter! nimm das statt deiner zerrissenen Kleider!"
^ Auch gab er ihr hundert Dinar, die sie nahm. Zuletzt zeigte sie ihm noch ihre Wohnung.Der Prinz aber erzählte dem Vezier Alles, was ihm widerfahren, von Anfang bis zuEnde, und befahl seinen Dienern, den Laden zu schließen.
Sckkhcrsad schwieg und fuhr i» der folgenden Nacht fort: