Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

NMliM

i^liiimmi

M!!>i!>^! '

Dreihundert und dreiundstebenzigste Nacht.

Nachdem sie dies geschrieben hatte, legte sie den Brief zusammen und gab ihn derAlten. Diese ging zum Prinzen, warf ihm den Brief hin und sagte:Lese hier dieAntwort und wisse, daß sie deinen Brief gelesen und dessen Inhalt verstanden hat; daßsie aber sehr erzürnt darüber war; ich habe ihr so lange süße Worte gesagt, bissie dir diese Antwort schrieb." Der Prinz dankte ihr, öffnete den Brief und las. Alser dessen Inhalt verstanden, weinte er heftig. Die Alte aber sagte:Warum weinstdu so? Gott lasse nie dein Auge weinen, noch dein Herz trauern! Was antwortet siedenn, daß du so kummervoll bist?" Er antwortete:Was soll ich denn thun? siedroht mir mit dem Tode und verbietet mir, ihr wieder zu schreiben. Aber bei Gott!meine Mutter, ich will lieber sterben, als so leben! Darum sey so gut und bringe ihreinen andern Brief von mir, ich fordere nichts Anderes von dir." Die Alte sagte:Schreibe nur, ich will dir schon wieder Antwort bringen. Bei Gott! ich will gernmein Leben für dich wagen, wenn nur deine Wünsche erfüllt werden." Er dankte ihrund schrieb folgende Verse:

Du drohst mir für meine Liebe mit dem Tode; nun, der Tod ist meineBestimmung, der bringt mir Ruhe. Der Liebende zieht den Tod einem langenLeben vor, das er fern von der Geliebten zubringen soll. Wende dich, Geliebte,