Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
398
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IAH Dreihundert und zweiundstebenzigste Nacht.

ist ein großer Reichthum und eine unerhörte Freigebigkeit; ich fürchte sehr, er hatwas anders dabei im Sinne. Hast du ihn gefragt, ob er irgend ein Anliegenhabe, worin du ihm helfen kannst?"Ich habe ihn gefragt, und er antwortete:er habe ein Anliegen, wollte mir es aber nicht anvertrauen, sondern gab mir nurdiesen Brief." Die Prinzessin nahm ihn, öffnete und las; als sic ihn gelesen hatte,

ward sie ganz blaß und entstellt; sie sagte der Alten:Wehe dir, o Amme! was denktder verbannte Hund, der in unsre Stadt gekommen, daß er es wagt, mir zu schreiben?Bei Gott und dem Brunnen Samsam und der heiligen Mauer am Tempel zu Mekka!fürchtete ich nicht Gott, den Herrn der Welten, ich würde nach diesem Hunde schicken,ihn gefesselt, mit abgeschnittenen Ohren und Nase Hieherbringen und mit allen seinenNachbarn vor seinem Laden aufhängen lassen!" Die Alte ward ganz blaß, ihreAchseln zitterten und ihre Zunge ward gefesselt. Endlich sagte sie:Was enthält dennder Brief, das dich so entrüstet? ich denke, er klagt über irgend ein Unrecht, das ihmgeschehen." Sie antwortete:Nein, bei Gott! es sind Verse und ,Worte der Leidenschaft;der Mensch muß entweder wahnsinnig, betrunken oder lebensmüde sepn, daß er mirsolche Verse zusendet, um meinen Verstand zu verwirren." Die Alte erwiderte:BeiGott! du hast Recht, meine Gebieterin; doch was kehrst du dich an solche Worte, duwohnst ja hier in deinem hohen Schlosse, das nicht einmal Vögel erreichen können, unddas Niemanden zugänglich ist. Drohe ihm mit dem Tode und schreibe ihm: Du Hund