Dreihundert und fünsundsechzigste Nacht. ZfH
der Vater der schönsten Tochter in der Welt, die aber die fallende Sucht hat. Der König ließalle Sterndeuter kommen, um sie zu heilen. Da sagte einer der Anwesenden: O König!ich kenne einen Mann, er heißt Abd Allah aus Babel, und ist der geschickteste Mannauf der Welt, um derartige Krankheiten zu heilen; wenn du willst, so schicke mich zuihm. Der König gab ihm ein Stück Karniol und hunderttausend Dinar, und derMann reiste damit nach dem Lande Babel, fragte nach dem alten Manne und brachteihm die Geschenke. Der Alte nahm sie an und beobachtete sieben Monate lang die Sterne,bis er eine günstige Stunde fand, in der er nach seiner Einsicht die Talismane undNamen auf dieses Amulett schrieb. Der Mann nahm es und brachte es dem König,der cs seiner Tochter umhängte. Diese war an vier Ketten gefesselt, jede Nacht mußteein Mann bei ihr wachen, der Morgens hingerichtet wurde. Sobald ihr nun der Königdieses Amulett umgehängt, ward sie durch den Willen des erhabenen Gottes wiedergesund, und von jenem Tag an bekam sic keinen Anfall mehr. Der König freute sichsehr, machte jenem Manne viele Geschenke, und alle Bewohner der Stadt erwiesen ihmWohlthatcn. Eines Tages aber machte die Prinzessin mit ihren Sklavinnen eineSpazierfahrt auf dem Flusse und spielte mit ihnen; da streckte eine Sklavin scherzend die
—k//
Hand nach ihr aus, das Amulett machte sich los und fiel in's Wasser. Die Prinzessinfiel in Ohnmacht und ward wieder krank wie zuvor. Als der König dies hörte, gaber mir Geld und befahl mir zum Alten zu gehen, um ein neues Amulett machen zu