Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
343
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Dreihundert und fünfundfünfzrgstc Nacht.

Slls der Fischer diese Verse hörte, weinte er, er gedachte vergangener Zeitenseiner Jugend, in denen auch er Liebe und Sehnsucht fühlte; er erstaunte über diesesMädchen und sprach folgende Verse:

Die Worte des Liebenden sind leicht verständlich, seine Thronen fließenund sein Körper ist krank. Auch meine Augen wachten einst in Hoffnungen, auchmein Herz war wie ein zündender Feucrstrahl; ich habe die Liebe in meinerJugend gekostet und kenne ihre Freuden und ihre Leiden. Wir geben unserLeben für die Liebe hin, und unser einziger Rathgcbcr ist die Vereinigung mitder Geliebten. Der Glaube der Liebenden fordert, daß sie mit ihremvergänglichen Leben die Nähe des Geliebten gerne erkaufen."

Als er diese Worte gesprochen, sagte er zu ihr:Komm heran, ich führe dich

hin, wo du willst." Sie bestieg den Nachen, und er fuhr mit ihr einige Tage lang, bis

sie an eine Stadt kamen, die am Ufer des Meeres lag; daselbst herrschte ein König, derwegen seiner furchtbaren Macht Derbas (Löwe) hieß; er saß auf der Terrasse seinesSchlosses und sah den Nachen mit dem Fischer und einem Mädchen, das einer verirrtenGazelle glich; er befahl sogleich, daß man sie ihm bringe, und die Diener vollzogenseinen Befehl. Der König ging ihr schnell entgegen, und als er sie sah, dachte er! gleich, sic müsse eine Königstochter seyn, weil sie einen so kostbaren Schmuck trug. Er1- -