Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
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Dreihundert und srcdennndl'ierzigste Nacht

wirklich mein Gcheimniß bewahren?"Ja!" Da nahm Ward das Gedicht unterihrem Kopfe hervor und sagte ihr:Geh, bring dies Uns Alwudjud und lasse

mich seine Antwort wissen." Sie erwiderte:Recht gerne!" nahm das Papier, brachtees Uns und küßte ihm die Hand. Er öffnete dasselbe, las und schrieb zurück:

Liebespcin hat mein Herz besiegt, doch muß ich meine peinliche Lageverbergen; wenn meine Thräncn fließen, so verwunden sie mein Auge, und ickfurchte, die Hinterbringer möchten mich durchschauen. Mein Herz war bisherfrei und ich kannte die Liebe nicht, darum habe Mitleid mit mir, denn ich binmir noch ein Schüler. Du kennst nun meine Geschichte: ich klage dir bloß meinVerlangen und meine Liebesqual, und schreibe dir mit den Thräncn meinerAugen, damit sie dir sagen, wie mir durch dich geworden. Gott bewahre einGesicht, dem die Anmuth als Schleier dient, das die leuchtende Sonne und denMond zu Dienern hat! Für solche Schönheit gibt cs keine Schilderung, dieBaumzweige können von ihrem zarten Wesen Schmiegsamkeit lernen. Ichschenke dir meinen Geist, vielleicht nimmst du ihn an; ich will dem Sklavewerden, o bei Gott! habe nur Mitleid!"

Als er diese Verse geschrieben hatte, legte er das Papier zusammen, küßte es undgab es der Sklavin; sie ging und brachte es ihrer Herrin. Diese küßte es ebenfalls,

hob es zur Stirne, las und erkannte den Inhalt; sie nahm dann Dinte und Papierund schrieb:

O du, dessen Liebe an meiner Schönheit hängt, warte, vielleicht wird esLicht werden um uns. Als ich erfuhr, wie schön du von mir denkst, und sah,daß du mit mir gleiche Leiden thcilst, ward meine Liebe über alle Maßenheftig; doch gestatten mir meine Wächter nicht Vereinigung mit dir, und darumist mein Lager schlaflos."

Schob er sad schloß mit diesen Worten und erzählte die folgende Nacht weiter: