Dreihundert und zniciundmerziglie Nacht. Z05 !
wird er weinen, und es wird ihm ihretwillen leid thun, er wird den Koran für sielesen lassen und an ihrem Grabe wachen; vielleicht wird er auch sagen: Meine Base,die Frau Subeida, hat vielleicht dies aus Eifersucht gegen Kut Alkulub gethan.Der Verdacht wird vielleicht so stark bei ihm werden, daß er sie wird ausgraben lassen:wenn dies geschieht und er diese Figur sieht, die einem Menschen gleicht, und in dasschönste Lcichcngewand eingchüllt seyn wird, so wird er aus sie zulaufcn wollen; halteihn alsdann zurück, ebenso deine Leute, und sagt ihm: Es ist eine Sünde, ein todtcsMädchen zu sehen; er wird dann glauben, daß sic wirklich todt scp, sie wieder beerdigenlassen und dir für deine That danken. Ans diese Weise hilfst du dir aus dieserVerlegenheit."
Die Frau Subeida fand diese Worte gut, schenkte ihr eine bedeutende Summeund befahl ihr, so zu thun, wie sie gesagt. Die Alte ging sogleich zum Schreiner undbestellte die oben erwähnte Figur, und brachte sie, als sie fertig war, der Frau Subeida;diese hüllte sie in ein Lcichcngewand, zündete Wachslichter und Lampen an, legte Teppicheum das Grab herum, kleidete sich schwarz und befahl den Mädchen, dasselbe zu thun.Auf einmal war die Nachricht im Schlosse verbreitet: Kut Alkulub sey todt. Als derChalif nachher von seiner Reise zurückkchrte und in das Schloß kam, wo er alle Dienerund Sklavinnen schwarz gekleidet sah, zitterte sein Herz. Er ging zur Frau Subeida,die auch schwarz gekleidet war, und fragte nach der Ursache, und man erzählte ihm,Kut Alkulub sey gestorben. Er ward sehr betrübt und fiel in Ohnmacht. Als erwieder zu sich kam, erkundigte er sich nach ihrem Grabe; die Frau Subeida aber sagteihm: „Wisse, o Fürst der Gläubigen! weil sic mir so thcuer war, ließ ich sic imSchlosse begraben." Der Cbalis ging in seinen Reisekleidern zum Grabe, wo er dieaufgelegten Teppiche, Wachslichter und Lampen sah.
Er dankte ihr zwar für ihre That, doch zweifelte er noch immer und wußte nicht, ober ihr glauben solle oder nicht. Er ließ daher das Grab aufgraben und sie herausnehmcn;wie er aber das Todtcngewand sah, fürchtete er sich vor Gott, wie es die Alte vorhergesagt, und befahl, daß man sic wieder an ihren Ort zurücklegc, ließ sogleich dieGeistlichen und Koranlcser rufen, setzte sich neben ihr Grab und weinte, bis er inOhnmacht fiel. Einen ganzen Monat brachte er so au ihrem Grabe zu.
Mit diesen Worten hielt Schchersad inne, und fuhr die daraus folgendeNacht fort:
Tausend nnd eine Nacht. >l
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