296 Dreihundert und vierzigste Nacht.
Während ich ohnmächtig dalag, holte er schnell einen Barbier und ließ michverunstalten; als ich daher wieder zu mir kam, war ich ein Verschnittener, und meinHerr sagte mir: Wie du mein Herz betrübt hast über das Kostbarste, das ich besaß, sowerde ich dich auch als Scheusal von mir stoßen. Dann verkaufte er mich sehr theuer,denn ich war nun ein Verschnittener (also mehr Werth); doch hörte ich nicht auf, Unheilzu stiften, und kam von einem Emir zum andern, von einem Großen zum andern, wardimmer verkauft und gekauft, bis ich endlich in's Schloß des Fürsten der Gläubigen kam.Nun ist meine Seele zerknirscht, und ich fühle Reue über meine Schandthat." .
Als die beiden Sklaven, seine Freunde, dies hörten, lachten sie laut über ihn und sagten:„Du bist ein Witzkopf, Sohn eines Witzkopss! Du hast eine abscheuliche Lüge ersonnen."Dann sprachen sie zum dritten Sklaven: „Erzähle du nun deine Geschichte." Dieser sagte:„Höret, Freunde! was ihr erzählt habt, ist nichts neben dem, was ich euch über meineVerunstaltung erzählen will, denn, bei Gott! ich hatte mehr (als diese Strafe) verdient."
Die Sultanin Schehersad bemerkte hier den Anbruch des Tags und brach inihrer Erzählung ab, um den Sultan von Indien aufstehen und an seine gewöhnlichenGeschäfte gehen zu lassen. In der nächsten Nacht fuhr sie aber folgendermaßen fort: