274 Dreihundert und vierniiddreißigste "Nacht.
brachte es ihr. Sic schrieb einen Brief, legte ihn zusammen und sagte zu CHalis:„Nimm diesen Brief, geh damit'ans den Juwelenbazar, frage daselbst nach dem JuwelierAb ul Hassan, und wenn du ihn gefunden hast, so gib ihm diesen Brief." Ererwiderte: „Herrin! dieser Name ist schwer, ich kann ihn nicht behalten." Sie entgcgnete:„So frage nach dem Laden des Jbu Alukab!" Da sagte er: „Schöne Frau! wasbedeutet denn Ukab?" Sie antwortete: „Es ist ein Vogel, dem man mit einer Kappedie Augen zuhält, und den man auf der Hand herumträgt." Er sagte: „Ich weißnun, Herrin!"
So ging er fort und wiederholte unaufhörlich den Namen, um ihn nicht zuvergessen. Als er jedoch auf den Juwelcnmarkt kam, wußte er ihn nicht mehr. Er gingdeßhalb zu einem Kaufmann und fragte ihn: „Wohnt hier Jemand, der den Namen
eines Vogels führt?" Er antwortete: „Ja, hier wohnt Jbu Alukab." Chalifsagte: „Gut, zu dem will ich gerade."
Als er zu ihm kam, gab er ihm den Brief. Abul Hassan aber nahm den Brief,laS ihn und legte ihn, als er ihn gelesen und verstanden hatte, auf sein Haupt. Erwar nämlich, so wird behauptet, Agent der Kut Alkulub und der Verwalter allerihrer Guter; sie hatte ihm geschrieben: „Von der Frau Kut Alkulub an den HerrnAbul Hassan, den Juwelier. Sobald dieser Brief zu dir gelangt, räume uns einZimmer ein, das vollständig mit Teppichen, Gefäßen, Sklaven und Sklavinnen undwas sonst zu einem Aufenthalt nöthig ist, versehen seyn muß. Nimm dann den Trägerdieses Briefs, führe ihn in'S Bad, ziehe ihm die kostbarsten Kleider an und verfahreso und so mit ihm."
Er sagte: „Ihr Wille ist mir Befehl," nahm Chalif, schloß seinen Laden zu,ging mit ihm in's Bad und empfahl einem der Diener, ihn wie gewöhnlich gut zubedienen; er ging dann und besorgte, was Kut Alkulub befohlen. Der blödsinnigeFischer Chalif glaubte, das Bad sey ein Gefängniß und sagte den Leuten: „Washabe ich verbrochen, daß ihr mich cinsperrt?" Die Baddiener lachten ihn aus, setztenihn auf den Rand der Badwanne und ergriffen seine Füße, um sic zu reiben. 'Chalif glaubte, sie wollten ihn auf den Boden strecken, um ihn zu prügeln; er standdaher auf, packte die Füße des Einen, hob ihn in die Höhe und stürzte ihn auf denBoden, daß er ihm fast die Rippen zerbrach. Als dies die übrigen Diener sahen,
' Dies geschieht noch heutzutage, daß besonders die harte Haut an den Fersen mit einem rauhen Steinabgcrieben wird.