^ Dreihundert und »euliundzuilnizigste Nacht.
^ ob ich cine Haut zum Prügel» habe oder nicht." Als die Leute dies hörten, sagteni sie: „Gott verdamme deinen Leib, du verruchter Wahnsinniger! du bist heute Nacht von! Sinnen gekommen, lege dich nieder! Gott verfluche dich! du hast doch wohl nichttausend Dinar, daß der Chalif sie von dir fordre?" Chalif antwortete: „Bei Gott!ich habe nur neun Goldstücke." Da sagten Alle: „Bei Gott! er muß viel Geld haben!"Sie verließen ihn hierauf, erstaunt über seinen wenigen Verstand. Chalif nahm danndas Gold, das er hatte, band es in ein Tuch, und dachte: wo soll ich wohl das Goldverbergen-? begrabe ich es, so möchte man es nehmen; gebe ich es Jemanden aufzubewahrcn,so könnte er es leugnen; trag' ich's auf dem Kopfe, wird man mir es rauben; bindeich's an den Acrmel, wird man ihn abschneiden. Endlich warf er seinen Blick auf denSaum seines Hemdkragens, und sagte: „Bei Gott! das ist ein guter Platz, gerade untermeinem Halse, nah am Munde; wenn Jemand darnach greift, so fahre ich mit meinem !Munde dahin und verberge es in meinem Halse." Er band also das Gold dahin, !schlief aber die ganze Nacht nicht vor Müdigkeit, Verwirrung und Aufregung. Am ^folgenden Tage ging er aus, um zu fischen; als er an den Strom kam, wadcte er biszu den Knien hinein; er warf dann das Netz mit einer so heftigen Bewegung aus,daß sein Beutel in's Wasser fiel. Um denselben zu suchen, entkleidete er sich, nahm denTurban ab, tauchte unter, fand aber den Beutel nicht mehr; endlich sprach er: „Esgibt keinen Schutz und keine Macht, außer -bei Gott, dem Erhabenen!" Er blieb indiesem Zustande, bis das Mittagsgebet ausgerufen ward.
Schehersad hielt inne und erzählte in der folgenden Nacht weiter: