242 Dreihundert und drciundznumzigste Nacht.
in dieses Zelt und fürchte nichts!" Er ging in's Zelt und erwähnte Gottes Namen, hobdie Augen auf und sah die Alte auf dem Throne sitzen, von vielen Sklavinnenumgeben; er grüßte sie mit Anstand und Würde, nahm die Pantoffeln, küßte sicund legte sie unter seinen rechten Arm. Ihrer Worte gewärtig blieb er hierauf mitgebeugtem Haupte stehen. Da sagte die Alte: „Wer bist du? aus welchem Lande?wer hat dich hiehcrgcbracht? warum erweisest du mir diesen Dienst? und womitkann ich dir nützen?" Als sie dieses fragte, trat Murdjana herein, grüßteunterthänig, und sprach: „O meine Gebieterin! ich habe diesen jungen Mannhiehergebracht, er ist's, der in das feste Schloß gegangen, den Sohn des blauen Königsnmgebracht, die Prinzessin D awlet Chatun befreit und als Jungfrau unbeschädigtzu ihren Eltern zurückgcbracht hat; er ist ein verehrter König, Sohn des Königs vonEgypten, tapfer, tugendhaft und sehr liebenswürdig; man schickt ihn dir, damit du ihnsehest. Bei Gott, meine Gebieterin! ist er nicht ein hübscher Junge, von schönenManieren und hübscher Gestalt?" Sie antwortete: „Ja wohl, bei Gott!" Nun fingMurdjana an so zu reden, wie es ihr Badiald Jamal aufgetragen. Als dieAlte dies hörte, gerieth sie in Zorn und schrie: „Wann hat sich je ein Mensch mit einemDjinn gepaart?" Als dies Seif Almuluk hörte, sprach er: „Ich will mich miteinem Djin» vereinigen, ich werde dein Diener seyn, an deinen Thoren sterben, undihr stete Treue bewahren; du wirst dich einst von der Wahrheit meiner Worte und vonmeiner Liebe überzeugen, so Gott will." Die Alte saß in sich gekehrt eine Weile mitgebeugtem Haupte da, endlich hob sie den Kopf in die Höhe, und sagte: „O Jüngling!wirst du dein Versprechen treu bewahren?" Seif Almuluk sagte: „Ja! bei dem,der die Erde ausgedehnt und die Himmel erhoben hat! ich will meinem Versprechentreu bleiben." Da sagte die Alte: „Nun, im Namen Gottes! so gewähre ich dir deinenWunsch, so Gott will. Geh nun, ruhe dich aus, unterhalte dich im Garten und ißvon den Früchten, derenglcichen sich nicht auf der Welt finden; ich will nach meinemSohne Schahban schicken und mit ihm reden; er wird mir gewiß nicht ungehorsamseyn, und sich meinem Willen nicht widerstehen; du sollst dann, bei meinem und meinesMannes Leben! seine Zustimmung zu deiner Heirath mit meiner Tochter BadialdJamal haben; so Gott will, soll sie deine Gattin und du ihr Gatte werden."
Schehersad beschloß für dieses Mal und fuhr in der folgenden Nacht fort: