Dreihundert und eimin-zmnnzigfte N„cht.
^schenkt!" Badiald Jamal fragte: „Und wie bist du dem gcwaltthätigen Tyrannen,dem Sohne des blauen Königs, entkommen?" Hierauf erzählte ihr Dawlet ChatnnAlles, was ihr mit Seif Almuluk auf der Reise widerfahren, was er für Schreckenund Gefahren ausgestanden, ehe er in dieses Schloß gekommen; wie er den Sohn desblauen Königs getödtet, die Thore des Schlosses ausgehoben habe, um daraus ein Floßund Ruder zu machen, u. s. w., bis sie hier ankamen. Badiald Jamal wunderte sichsehr über Seif Almuluks Thaten, und sagte: „Bei Gott! das ist ein tüchtiger Mann;doch warum hat er seinen Vater und seine Mutter verlassen, um so viel zu leiden?"Dawlet Chatun antwortete: „Ich will dir den Grund von Allem sagen und mich
nicht vor dir schämen." Badiald Jamal versetzte: „O meine Schwester! wir theilensa viele Geheimnisse einander mit, du forderst doch gewiß nur Gutes von mir: washast du dich also zu schämen? was hast du mir zu verbergen? Sag' mir nur Alles undverhehle mir nichts!" Da sagte Dawlet Chatun: „Bei Gott! nur deinetwillen istdiesem Armen so viel Unglück begegnet." — „Wie so, meine Sckwester?" - „Er hatdein Bild auf einem Kleide gesehen, das dein Vater an Salomo», Sohn Davids,geschickt, von dem hat es König Assem, Seif Almuluks Vater, mit andern Geschenkenerhalten, und seinem Sohne Seif Almuluk geschenkt. Sobald dieser das Kleidauseinanderlegte, um es zu betrachten, sah er dein Bild, verliebte sich in dasselbe, gingfort, um dich aufzusuchen, und erlitt darüber alles dieses Nebel." Da sagte BadialdJamal, deren Wangen vor Scham schon roth geworden: „Bei Gott! das kann nichtscyn! ein Mensch kann sich mit keinem Geiste vereinigen." Dawlet Chatun beschriebihr dann seine Schönheit, seine Aznnuth und Gewandtheit, und setzte hinzu: „Um Gottes»nd um meinetwillen, ich will ihn dir zeigen, folge mir!" Badiald Jamal antwortete:„Bei Gott, meine Schwester, verschone mich mit diesen Reden! gib ihm keine Antwort,denn ich mag ihn nicht." Abermals schilderte ihn Dawlet Chatun als den schönstenMann in der Welt, küßte flehend die Füße Badiald Jamals, und sprach: „Beider Milch, die uns Beide ernährt bat! bei der Schrift, die auf Salomons Siegelist! Friede sey mit ihm! du mußt mir Gehör gebe», denn ich habe ihm im festenSchlosse versprochen und geschworen, daß ich dich ihm zeigen werde. Nun beschwöre ichdich bei Gott! laß mich meines Eides willen dich ihm nur einmal zeigen, und sieh ihnnur einmal an!" Sie weinte und bat so lange, küßte ihr Hände und Füße, bis siceinwilligte und sagte: „Um deinetwillen will ich ihm erlauben, einen Blick auf meinGesicht zu werfen." Dawlet Chatun ward hierauf ganz munter, küßte ihr Händeund Mund, und ging in's Schloß, wo sie den Dienern befahl, das Gartenschloß
Tausend und eine Nacht, n
30