Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
227
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Dreihundert und neunzehnte Tlacht. 227

seinem Bruder, der ihn neben sich auf den Thron sitzen ließ, und Said freute sich sehrdes Wiedersehens. Sie unterhielten sich über ihre Abenteuer. Seif Almuluk erzählteAlles, was ihm zugestoßen, von Anfang bis zu Ende; dann sprach Said:O meinBruder! sobald das Schiff unterging, bestieg ich mit einigen Mamelucken ein Brett, aufdem wir einen vollen Monat umhcrtrieben. Dann warf uns der Sturm mit demWillen des erhabenen Gottes auf eine Insel. Wir stiegen hungrig an's Land, gingenzwischen den Baumen herum und aßen von ihren Früchten. Da kam auf einmal eineHeerde Volk gleich Teufeln über uns her; sie stiegen auf unsere Schultern und sagten:Lauft nur zu, ihr scpd nun unsere Esel!" Ich sagte dem, der mich bestieg:Wer bist du,und warum reitest du auf mir?" Er schlang den einen Fuß um meinen Hals, drückte michso sehr, daß ich fast starb, und schlug mich so heftig mit dem andern Fuß auf denRücken, daß er beinahe meine Glieder brach; ich fiel zur Erde auf mein Gesicht, dennich hatte vor Hunger und Müdigkeit von der Reise gar keine Kraft mehr. Wie ermerkte, daß ich hungrig war, nahm er mich an der Hand, führte mich unter einen

Baum, der viele Früchte hatte, und sagte mir: von diesen Früchten!" Ich bis

ich satt war und ging wieder gezwungen weiter. Ich war aber nur ein paar Schritteweit gegangen, da stieg er wieder auf meine Schultern, und ich mußte bald gehen, baldlaufen; er aber lachte und sprach:Ich habe in meinem Leben kein so gutes Lastthiergehabt." So blieben wir mehrere Jahre lang bei ihnen. Eines Tages sahen wir vieleWeinberge mit Trauben; wir sammelten davon, füllten eine Grube damit und tratendie Beeren mit den Füßen, bis sie zu Wasser wurden; die Sonne schien darauf undes ward Wein daraus. Wir tranken so viel davon, bis wir berauscht waren und unsreGesichter ganz roth wurden. Da fingen wir an zu singen, zu springen und zutanzen. Sie fragten:Was habt ihr, daß ihr so roth seyd, so singt und tanzt?"Wir antworteten:Was habt ihr darnach zu fragen? Was wollt ihr von uns?" Sie

antworteten:Sagt es uns! wir wollen es sehen!" Wir erwiderten:Das ist der

Wein." Sie sagten:Gebt uns davon zu trinken!" Wir aber antworteten:Es sind keineTrauben mehr vorräthig." Da führten sie uns in ein Thal, wir wissen nicht wie lang,noch wie breit, weder wo cs anfängt, noch wo es endet, ganz voll mit Neben, vondenen jede Traube einen Centner schwer war. Sie sagten:Sammelt von diesen!" Wirsammelten viele davon, füllten damit einen Zuber, größer als ein Teich, traten siemit Füßen und ließen sie so einen ganzen Monat lang gähren, bis sie zu Weinwurden.

Schehersad schwieg, um die folgende Nacht fortzufahren:

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