Dreihundert und vierte Macht. jsFH
welche schon König Salomon als Geschenke für sie bestimmt hatte, und sprach:„Jeder von euch Beiden nehme hiervon, wozu er Lust hat!" Seif Almuluk strecktezuerst die Hand nach dem Siegelring aus; Said nahm das Schwert; hierauf griffSeif Almuluk nach dem Kästchen und Said nach dem Bogen. Sie küßten alsdanndes Königs Hand und gingen nach Hause. Seif Almuluk legte das Kästchen, ohnezu sehen, was darin war, auf den Thron, der zugleich sein Ruheplatz war; Saidnahm an seiner Seite Platz. Um Mitternacht erwachte Seif Almuluk, erinnerte sichdes Kästchens und war neugierig, dessen Inhalt zu sehen. Er stand daher auf, ergriffeine der Kerzen, die in der Nähe brannte, und trat in einen Nebensaal, damit Saidnicht im Schlafe gestört werde. Wie groß war aber sein Erstaunen, als er dasKästchen öffnete und ein Kleid herausnahm, das aus den Fäden des Schmetterlings
gewebt war. Genien hatten es verfertigt und mit Gold gestickt, kein ähnliches Kleidhatte jemals einen sterblichen Leib umfangen und Wohlgerüche der feinsten Art, dieIndien kennt, dufteten daraus. Auf demselben sah man ein Bildniß mit Gold gestickt,das ein unvergleichlich schönes Mädchen vorstellte. Seif Almuluk war lange in dessenBetrachtung versunken; so wie darüber war sein Herz noch nie entzückt, und er lerntenunmehr die heftigste Liebe mit aller ihrer namenlosen Seligkeit und ihren Qualenkennen.
Als die Sultanin Schehersad diese Worte sprach, bemerkte sie den Anbruch desTages und schloß ihre Erzählung, in welcher sie in der folgenden Nacht also fortfuhr: