Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
131
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Zweihundert und achtzigste Nacht. IZj

«Eure Ankunft bringt mir Ehre und Ruhm; wäret ihr nicht gekommen, sokönnte euch wohl Niemand ersetzen."

Er sagte dann zum Chalifen:Trinke zu deinem Wohl, zu deinem Heil und zurEntfernung alles Uebelö." So tranken sie fort bis Mitternacht und waren guter Dinge.Drauf sagte der Chalif zu Abul Hassan:Hast du irgend einen Wunsch, den du

erfüllt, oder irgend ein Nebel, das du beseitigt wünschest?" Er antwortete:BeiGott! ich habe kein anderes Verlangen, als daß ich einmal herrschen, befehlenund verbieten könnte, ohne Jemand darüber Rechenschaft zu geben." Der Chaliferwiderte:Sage mir, Freund! wozu das?" Abul Hassan antwortete:Ich

wünsche von Gott, mich an meinen Nachbarn rächen zu können. In meiner Nachbarschaftbefindet sich eine Moschee, darin sind vier Scheiche, die sich immer ärgern, wenn einGast zu mir kommt; sie schimpfen und schmähen mich dafür, und drohen mir, michbeim Fürsten der Gläubigen zu verklagen; sie haben mich schon so geplagt, daß ichbeim erhabenen Gotte wünsche, nur einen Tag herrschen zu dürfen, um einem Jedenvon ihnen vierhundert Peitschenhiebe geben lassen zu können, und zwar vor der Moschee;dann würde ich sie in der Stadt herumführen und vor ihnen ausrufen lassen: Das

ist der Lohn und noch der geringste Lohn für den, der gegen andere Leute gehässig istund ihre Freude stört! Dies ist mein einziger Wunsch." Der Chalif sprach:Gotterfülle denselben! Laß uns nun austrinkcn; denn diese Nacht bleibe ich bei dir und vorTag gehen wir zusammen fort!" Abul Hassan sagte:Fern von mir!" Da füllteder Chalif einen Becher, warf ein Stückchen Bends (eine häufig zum Schlaftrankgebrauchte Pflanze), von der Insel Creta, hinein, reichte ihn dem Abul Hassan undsprach:Ich beschwöre dich bei meinem Leben, Freund! trinke aus diesem Becher!"Ab ul Hassan sagte:Nun, bei deinem Leben; ich nehme ihn aus deiner Hand!"Kaum hatte er daraus getrunken, so fiel er wie ein Todter auf sein Gesicht zur Erde.Der Chalif ging weg und sagte seinem Diener Masrur, der außen stand:Geh

hinein zu dem Mann, der schlafend daliegt, trage ihn in meinen Palast und schließedie Thüre dieses Hauses zu." Dann ging er fort. Masrur nahm Abul Hassan aufdie Schulter, schloß dessen Thüre und folgte seinem Herrn.

Der Tag war angebrochen und schon hatte der Hahn gekräht. Er ging mit AbulHassan auf den Schultern in den Palast und legte ihn zu den Füßen des Beherrschersder Gläubigen. Dieser schickte hierauf zu Djafar, dem Barmakiden, und sagte zudiesem, als er erschien:Merke dir diesen Mann! und wenn du ihn morgen an meiner

Stelle auf dem Throne der Chalifen siehst, so bleibe in seinem Dienste und befehle allen