Zweihundert und fünfundsicdcnzigstc Nacht. 115
worden war. Zugleich schwammen zwei ungeheure Fische, groß wie Berge, auf uns zu undfolgten dem Laufe unsers Schiffs. Kurz darauf hob ein starker Sturmwind das Schiff
in die Höhe und schmetterte es im Herunterfallen gegen den Kopf eines Fisches, so daßwir Alle in's Meer sanken. Aber der erhabene Gott ließ uns ein großes Brett ergreifen,woran wir uns klammerten. Wind und Welle warfen uns damit an das Ufer einerInsel. Todeskrank von Hunger, Kälte, Durst,- Müdigkeit und Wachen kamen wirdaselbst an. Ich machte mir Vorwürfe über das, was ich gethan, und sagte zu mir:Alle deine Erfahrungen waren unnütz, stets rennst du von Neuem in dein Unglück. Dereinzige Trost war mir, daß ich diesmal dem Befehle des großmächtigen Chalifen, dender Allmächtige segnen möge, gefolgt war.
Ich weinte, hatte ein betrübtes Herz und ging mit zerknirschtem Gemüthe amMeeresufer umher, indem ich mir die Verse des Dichters in'S Gedächtniß zurück rief:
„Wenn du im Unglück bist, so vertraue Gott und er wird dir helfen. HabeGeduld; was dunkel war, wird hell werde», nnd der den Knoten geknüpft hat,wird ihn vielleicht auch wieder lösen."
So irrte ich lange am Meeresufer umher, aß von den Pflanzen der Erde undtrank das Wasser der Quellen. Als ich so längere Zeit in Jammer und vielfacher