Zweihundert und fünsundstebenzitzste Nacht.
Noch gelebt butte, fiel cs mir ei», wieder einen kleinen Nachen zu bauen und daraufdas Meer zu befahren. Ich wollte auf eine oder die andere Weise meiner peinlichenLage eine Ende machen, mich retten oder sterben.
Ich sammelte mir dann Holz und Bretter von den gestrandeten Schiffen, zerriß meinKleid und flocht einen Strick daraus, womit ich die Bretter und das Holz festznsammcnband, dann ließ ich den Nachen in's Meer und ruderte denselben drei Tagelang, ohne zu essen oder zu trinken. Am vierten Tage kam ich an einen hohen Berg,von dem herab Wasser in die Erde floß. Ich hielt hier an und sagte zu mir: Esgibt keinen Schutz und keine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Wärest du dochzu Hause geblieben und hättest Datteln und andere Leckerbissen gegessen. Hier jedochmußt du umkommcn! Unvermerkt gerietst ich in den Strom, der unter der Erdedurchfloß. Ich legte mich in den Nachen; doch war dessen Raum so eng, daß ich oftSeiten und Rücken an den Bergwänden anfsticß. Nach einiger Zeit kam ich mit
Gottes Hülfe wieder unter dem Berge hervor in ein weites Thal, in das hinab sichdas Wasser mit einem donnerähnlichcn Geräusch ergoß. Ich hielt mich mit der Handan dem Nachen fest, mit dem die Wellen rechts und links spielten. Ich fürchtete michsehr, in's Wasser zu fallen, und vergaß darüber Essen und Trinken; indessen schwammder Nachen, von der Strömung pfeilschnell getrieben, bis mich die Bestimmung nacheiner volkreichen Stadt von großem Umfang brachte. Da ich außer Stand war, denNachen anzuhaltcn, so warfen mir die Leute der Stadt, als sie mich sahen, Stricke zu,die ich jedoch nicht fassen konnte, bis sie zuletzt ein großes Netz über den ganzen Nachenzogen und mich damit an's Land brachten. Ich war nackt und abgehärmt wie einTodter, vor Hunger und Durst, Wachen und Anstrengung. Da kam ein Mann aufmich zu, warf ein hübsches KleLd um mich und nahm mich mit sich nach Hause, wo ermich in ein Bad führte. Alle seine Leute bewillkommten mich freudig, hießen michsitzen und brachte» mir zu essen. Ich aß, bis ich satt war, denn ich war sehr hungrig.Dann brachten mir Knaben und Sklavinnen warmes Wasser, womit ich mir die Händewusch. Hierauf dankte ich dem großen Gott, der mich gerettet. Auch wurde mir einbesonderer Ort an der Seite des Hauses angewiesen, woselbst ich von Sklaven undSklavinnen bedient wurde. So blieb ich drei Tage lang, am vierten Tage kam der
Alte und sagte: „Herr, du bist uns willkommen, und das Jahr ist durch deine glückliche
Ankunft gesegnet. Meine Antwort war: „Gott erhalte dich und belohne dich für das,was du an mir thust!" Er jedoch sagte zu mir: „Wisse, mein Sohn! während du hierals Gast weiltest, habe ich durch meine Diener deine Waarcn an's Land bringen und