Zweihundert und achtuudsechzigste Nacht. 03
dcr Tageshelle mit einer Lust aß, wie ich sie seit meinem Begräbniß in der Höhle nichtgehabt hatte.
Nachdem ich mich gesättigt hatte, kehrte ich wieder zurück und nahm suchend, den»mein Auge war schon an die Finsterniß gewöhnt worden, alle Diamanten, Perlen,Rubinen, goldene Armspangen mit den übrigen Goldstoffcn, die sich in den Bahrenbefanden, weg, um sie an's Meeresufer zu tragen. Ich machte mehrere Packe daraus,die ich dann mit den Stricken zusammen band, mit denen man mich berabgelafsen hatteund wovon mehrere da lagen. Ich ließ sie am Ufer zurück, ohne zu besorgen, daß dcrRegen sie verderbe, denn es war in der trockenen Jahreszeit.
Nach Verlauf von zwei oder drei Tagen bemerkte ich ein Schiff, das aus demHafen segelte und ziemlich nahe an der Stelle, wo ich mich aufhielt, vorbei kam. Ichgab mit der Binde meines Turbans ein Zeichen und rief aus vollem Halse, damit manmich höre. Dies gelang, und die Schaluppe ward abgesandt, um mich an Bord zuführen. Auf die.Frage der Matrosen, durch welches Mißgeschick ich mich an diesemOrte befinde, antwortete ich: daß ich mich vor zwei Tagen mit den Waaren, die vormir lagen, aus einem Schiffbruch hierher gerettet babe. Glücklicherweise für michglaubten diese Leute, obne zu untersuchen, ob ich die Wahrheit sprach, meiner Erzählung,und brachten mich mit meinen Päcken an Bord.
Als wir daselbst angelangt waren, hatte dcr Schiffscapitän großes Vergnügen, michgerettet zu sehen, und glaubte mir gleichfalls, da ihm ohnebin die Zeit fehlte, die Sachenäher zu prüfen. Ich wollte ihm einige kostbare Steine zum Geschenke machen, er nahmsie aber nicht an. Wir kamen an vielen Inseln vorbei, unter andern vor der Glocken-Jnsel,die zehn Tagreisen von Serendib entfernt ist und nur sechs Tage von der Insel Kela,worauf wir landeten. Auf derselben gibt es Bleiminen, indisches Zuckerrohr und sehrguten Kamphcr.
Der König von Kela ist sehr reich und mächtig, und seine Herrschaft dehnt sichüber die ganze Glocken-Jnsel aus, die einen Umfang von zwei Tägreisen hat, derenBewohner jedoch so roh sind, daß sie Menschcnflcisch essen. Nachdem wir einen großen Handelaus dieser Insel getrieben hatten, stachen wir wieder in die See und landeten noch inverschiedenen Häfen. Endlich kam ich wieder nach Bagdad mit Ungeheuern Reichthümern,die ich euch nicht alle benennen will. Um Gott für meine glückliche Rückkehr zu danken,gab ich viel Almosen sowohl zum Unterhalt vieler Moscheen, als auch für die Armen.Auch lebte ich ganz meinen Freunden und Verwandten, genoß alle Vergnügungen undlud sie oft zur Tafel ein.