Zweihundert
siebenundsechzigste Macht
Eindbad erzählte weiter: Mein Kummer und meine Noch waren groß. Lebendbegraben zu werde» schien mir eben so schreckhaft, als von den Menschenfressern verzehrtzu werden, und doch sah ich kein Rettungsmittel; der König wollte mit seinem ganzenHofstaate dem Begräbnisse beiwohnen, und außer ihm sollten auch die angesehensten Bewohnerder Hauptstadt den Trauerzug begleiten.
Als Alles bereit war, legte man den Leichnam meiner Frau in eine Bahre mitihren Edelsteinen und prächtigsten Gewändern; darauf begann der Zug. Als zweitehandelnde Person dieser Scene folgte ich unmittelbar der Bahre meiner Frau, die Augenvoll von Thränen ulld mein unglückliches Geschick bejammernd. Bevor ich auf denBerg kam, versuchte ich noch einmal die Herzen der Anwesenden zu rühren. Zuerstsprach ich den König an, drauf alle Andere, die sich bei mir befanden, und bat sie, aufden Knien flehend und indem ich den Saum ihrer Kleider küßte, Mitleid mit mir zuhaben. „Bedenket," redete ich sie an, „daß ich als Fremder keinem so harten Gesetzeunterworfen sepn sollte und daß ich noch eine Frau und Kinder in meinem Lande habe!"Was half es mir, diese Worte mit allem Ausdruck, dessen ich fähig war, auszusprechen:Niemand ward davon gerührt; man beeilte sich vielmehr, den Leichnam meiner Frau hinabin den Brunnen zu lasse» und that dasselbe kurz darauf gleichfalls mit mir in eineroffenen Bahre, mit einem Wassertopf und sieben Broden. Als diese für mich schreckhafte