Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
78
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Zweihundert und vieruudsechzigstc Nacht.

die Andern, und zwar die Mehrzahl, für einen Lügner hielten. Da trat auf einmal einHandelsmann aus ibrer Mitte hervor, grüßte mich und sprach:Du hast wahr

gesprochen, Sindbad der Seemann; dieses Geld und diese Maaren gehören dir. Icherzählte euch vor Kurzem das Wunderbarste, was mir jemals auf Reisen begegnet, alsich nämlich einst Diamanten sammelte und in das weit.berühmte Thal Fleischstücke warf,damit sich die spitzen Steine daran fest machen und von den Adlern in das Nest ihrerJungen getragen würden, und wie einst ein Mensch auf diese Weise seine Rettung fand.Dies war Sindbad, der vor euch stehet, dem, wie es scheint, vom großen Gott alsSchicksal bestimmt ist, das Merkwürdigste zu erleben." Der Schiffscapitän fing endlichan, mich zu erkennen, umarmte mich und sprach:Gott scy gelobt! ich bin froh, daßich meinen Fehler wieder gut machen kann; hier sind deine Maaren, für deren guteAufbewahrung ich alle Sorge trug und wovon ich überall zu Geld machte, so viel nurimmer möglich war; ich gebe sie dir mit dem erlösten Geld zurück." Ich nahm sie wiederan, indem ich dem Schiffscapitän auf's freundlichste dankte.

Von der Insel Kalaset segelten wir nach einer andern, wo ich Gewürznelken, Zimmtund andere Specercien einkaufte. Als wir uns davon entfernten, sahen wir einezwanzig Schuh breite und lange Schildkröte; wir sahen auch einen Fisch, der vielAehnlichkcit mit einer Kuh hat, Milch gibt und dessen Haut so hart ist, daß mangewöhnlich Schilde daraus macht; auch sahen wir einen andern Fisch in Gestalt undFarbe eines Kameels. Endlich kam ich nach einer langen Reise in Bafsora an underreichte endlich wieder Bagdad mit mehr Geld und Maaren, als ich selbst wußte. Ichgab noch einmal den Armen einen beträchtlichen Theil und kaufte mir mit dem Uebrigen nochmehr Güter zu denen, die ich schon besaß. Auch gab ich meinen Freunden und Verwandtenviele Geschenke, kleidete Waisen und Wittwen, schaffte mir wieder Sklaven und Sklavinnenan und lebte in süßer Behaglichkeit froh und heiter, nicht mehr der ausgestandenenLeiden gedenkend. Das ist der Schluß meiner dritten Reise.

Sindbad ließ dann Speisen auftragen, was Köstliches aufzutreibcn war; gabdarauf dem Lastträger hundert Goldstücke und sprach:Komme morgen wieder, du

sollst dann hören, was mir auf der vierten Reise begegnet ist." Der Lastträger versprach! es und ging nach Hause, verwundert über das, was er von Sindbad gehört hatte;des andern Tages ging er wieder zu ihm. Als sie Alle beisammen waren, schmaustensie wie den vorhergehenden Tag; später begann Sindbad:

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