Zweihundert und merundsechzigste.Uacht. 77
seine Maaren verkaufen, das Geld dafür nehmen und es nach Rückkunft seinen Erbenzustellen, so wie sie sich als solche ausweisen werden." Die Ballen, wovon er sprach,wurden auf das Verdeck gebracht; er zeigte sie mir und fügte hinzu: „Dies sinddie Maaren, wovon ich spreche; mein Wunsch ist, daß du dich mit deren Verkaufbeschäftigest, indem du später efnen deiner Mühe entsprechenden Lohn dafür in Empfangnimmst." Ich war vollkommen bereitwillig dazu, indem ich ihm dafür dankte, daß ermir einen Anlaß gab, thätig zu sepn.
Der Schiffsschreiber hielt Register über alle Maaren und die Namen der Handelsleute,denen sie gehörten. Er fragte den Capitän, unter welchem Namen er diejenigen eintragensolle, mit deren Verkauf ich so eben beauftragt worden war. Schreibe sie, antwortete dieser,unter dem Namen Sindbad der Seemann ein. Als ich mich nennen hörte, konnte ichmeine Rührung nicht verbergen, betrachtete den Schiffscapitän genauer und erkannte in ihmdenjenigen, der mich auf meiner zweiten Reise auf einer Insel, auf der ich am Ufereines Baches eingeschlafen war, zurückgelassen hatte und unter Segel gegangen war,ohne mich zu erwarten oder nach mir sehen zu lassen. Ich hatte mich nicht sogleich wiederseiner erinnert, wegen der großen Aenderung, die, seitdem ich ihn zuletzt gesehen hatte,mit ihm vorgegangen war.
Da er mich todt glauben mußte, so darf man sich nicht wundern, wenn er mich nichtsogleich erkannte. Ich sprach daher zu ihm: „Capitän! hieß der Handelsmann, dem dieseMaaren gehörten, Sindbad?" — „Ja," antwortete er mir, „so hieß er; er war vonBagdad und hatte sich in Bassora mit mir eingeschifft. Als wir eines Tages an einerInsel landeten, um Wasser und andere Erfrischungen einzunehmen, ging ich ausVersehen, das ich mir heute noch nicht erklären kann, unter Segel, ohne Nachsehen zulassen, ob auch Alle an Bord zurückgekchrt waren. Ein Einziger, dieser Sindbad,war vergessen worden; die Handelsleute und ich bemerkten erst einige Stundenspäter seine Abwesenheit. Wir hatten starken Wind gegen uns, so daß wir unsunmöglich dem Ufer nähern konnten, um ihn wieder aufzunehmen." — „Du hältst ihnalso für todt?" fragte ich. „Allerdings," war seine Antwort. „Nun, Capitän!"erwiderte ich, „so öffne deine Augen und sehe vor dir jenen Sindbad, den du auf derwüsten Insel zurückließest. Ich schlief am Ufer des Flusses ein, und als ich aufwachtesah ich Niemand von der Reisegesellschaft mehr und das Schiff bis auf einen kleinenPunkt meinen Augen entschwunden." Bei diesen Worten sah mich der Capitän mit jgroßem Erstaunen an und wollte nichts von Allem dem glauben. Neugierig, was hiervorgehe, versammelten sich bald die Uebrigen um uns; die Einen glaubten mir, während mich