^ Zweihundert und drciundsechzigste Aacht.
Wellen, die uns bin und her warfen, und brachten die Nacht in der schrecklichsten Vagezu, die man sich denken kann. Den darauf folgenden Tag wurden wir zu unsererunaussprechlichen Freude gegen eine Insel getrieben und fanden darauf ausgezeichneteFrüchte, die uns die verlornen Kräfte reichlich wieder ersetzen balfen. Wir batten sonstvor Hunger und Erschöpfung umkommen müssen.
Gegen Abend schliefen wir am Ufer des Meeres ein und wurden durch ein Geräusch,das eine Schlange, von der Länge eines Palmbaums, mit ihren Schuppen machte,aufgeweckt. Sie befand sich uns sehr nahe, fuhr auf einen meiner Kameraden los undwürgte ihn hinunter; man sah nur noch seine Schultern und seinen Kopf aus ihremNachen Hervorstehen; er schrie laut und die Schlange machte eine schnelle Bewegung,indem sie sich zusammen und gleich darauf wieder auseinander rollte. Wir hörten seineGebeine krachen und verschlungen war der ganze Mann! Wir beide Ucbrige ergriffendie Flucht und hörten bald darauf, obgleich ziemlich weit entfernt, ein Geräusch, welchesnach unserer Meinung daber rührte, daß die Schlange die Gebeine unseres Kameradenwieder von sich gab. In der That war dies der Fall, wie wir den darauf folgendenTag sahen. Großer Gott! rief ich bei diesem Anblicke, welchen Leiden gibst du unsPreis! Schon fühlten wir uns glücklich, der Grausamkeit der Niesen und der Wuthder Wellen entgangen zu scyn; und jetzt befinden wir uns in Lagen, die wo möglichnoch schrecklicher sind. Ist es dein Wille, Allmächtiger! daß wir umkommen, so geschehecs bald und nicht nach vielen Gefahren, deren jede gräßlicher als der Tod selbst ist.
Kummervoll gingen wir auf der Insel umher, aßen von den Früchten, die daraufwuchsen, mit der schrecklichen Vermuthung, daß einer von uns von der Schlange nochdiesen Abend aufgefrcssen werde. Endlich bemerkten wir einen Baum, auf den wirstiegen, um uns die Nacht über in Sicherheit zu bringen. Gleich darauf nahte sichzischend die Schlange dem Baume, auf dem wir waren. Sie legte sich an dessen Stammund erreichte auf diese Weise meinen Kameraden, der noch nicht so bock wie ich gestiegenwar, würgte ihn hinunter und kroch weiter.
Ich blieb auf dem Baume bis zum Tagesanbruch und stieg dann herab, eher todtals lebend; auch blieb mir kein anderes Ende zu erwarten übrig, als meine Kameradengefunden hatte».
Dieser Gedanke machte mich schaudern, und ich war nahe daran, mich in's Meer zuwerfen; da es aber süß ist, den letzten Lebensaugenblick soviel als möglich zu verschieben,so widerstand ich diesem Anfall der Verzweiflung und ergab mick in den Willen Gottes,der allein über Menschenleben zu verfügen hat.