Zweihundert und sechzigste ^„cht.
I scyn müsse. In der That, er schlug sein Gefieder aus einander und ließ sich darauf
!
nieder, gleichsam, um es auszubrütcn.
Als ich ihn kommen sah, hatte ich mich ganz nahe dem Ei gehalten, so daß einFuß des Vogels, so groß wie ein dicker Baumstamm, über mich herabhing. Ich bandmich daran fest mit der Binde meines Turbans, denn ich dachte bei mir: morgen wirdder Vogel seinen Flug fortsctzcn und könnte dich auf diese Weise von dieser verlassenen,^ trostlosen Insel wegtragcn. So geschah es auch. Nachdem der Vogel die Nacht inj diesem Zustande zugebracht hatte, flog er, sobald der Tag anbrach, davon und trug michtief in die Wolken hinein, daß ich nichts mehr unter mir sah; er schien das Gewicht,das an einem seiner Füße hing, durchaus nicht zu spüren; drauf stieg er aus derschreckhaften Höhe wieder herab mit einer Schnelligkeit, die mir die Besinnung raubte.Als er wieder mit mir Boden gefaßt hatte, band ich schnell die Binde los, die michan ihn gefesselt hatte. Kaum war mir dies jedoch gelungen, als er mit dem Schnabeleine Schlange von unerhörter Größe erfaßte und mit ihr davonflog. Hierüber war ichsehr erstaunt und verlor meinen Mnth.
Nachdem ich mich wieder etwas gefaßt hatte, stellte ich Betrachtungen über meineLage an. Der Ort, wo ich mich befand, war ein sehr tiefes Thal, von allen Seitenmit Bergen umgeben, deren Spitzen sich in den Wolken verloren. Dieselben zu ersteigen,war schon deßhalb unmöglich, weil die Berge sich von allen Seiten steil erhoben undman keinen Fußpfad darauf entdecken konnte. Das war eine neue Verlegenheit fürmich; denn wenn ich meine jetzige Lage mit derjenigen verglich, die ich eben verlassenhatte, so fand ich, daß mein Gewinn nicht eben groß war.
Während ich im Thale umhcrging, entdeckte ich, daß dessen Boden mit Diamantenvon erstaunlicher Größe wie besät war. Es ist ein sehr harter, fester Stein, den manweder mit Eisen, noch mit Stahl brechen kann, und der zum Zerschneiden von Glas,zum Schmuck der Schönheit und des Reichthums dient. Es gewährte mir ein großesVergnügen, diesen Stein aufzuheben und zu betrachten; während ich dieses that, gewahrteich jedoch in der Ferne einen andern Gegenstand, der mir weniger gefiel und mich inSchrecken versetzte. Es war eine große Anzahl Schlangen, so lang und dick, daß jedevon ihnen einen Elephanten hätte verschlingen können. Während des Tages zogen siesich in ihre Höhlen, aus Furcht vor dem Vogel Roch, ihrem Feinde, zurück und kamenerst des Nachts zum Vorschein.
Ich brachte den Tag mit Spazierengehen im Thale und Ausruhen an den bequemstenOrten zu, und begab mich, als die Sonne unterging und die Nacht herannahte, in eine