Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
41
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Zweihundert und sechsundfüufziglle Macht. j j

Dcs Prinzen und der Prinzessin Reise aber ging glücklich von statten, und siekamen ohne irgend einen Unfall in der Hauptstadt Persiens an. Diesmal aber ließer sich im Schlosse seines Vaters selbst nieder und nicht in einem außerhalb der Stadtgelegenen Garten, wie das erste Mal; denn das Sprichwort sagt:durch häufigesFallen lernt man gehen," und wäre er gleich anfangs vorsichtig gewesen, so wäre» ihmalle diese Unglücksfällc nicht zugestoßen. Seine tiefbetriibten Eltern saßen gerade aufder Terrasse des Schlosses, wo er sich herunterließ, und waren über seine unerwartelcAnkunft nicht wenig erfreut. Diese glückliche Nachricht durchflog schnell die ganzeStadt, und Alle, die es hörten, lobten und dankten Gott dem Allmächtigen. DieHochzeitfeierlichkeiten wurden sogleich vorbereitet und das ganze Volk, die Veziere unddie Truppen versammelten sich, um dem König Glück zu wünschen. Auch dem König,dem Vater der Prinzessin, schickte man Boten mit Briefen, um diesem die Ankunft seinerTochter mit dem Prinzen zu melden und seine Einwilligung zur Heirath zu erbitten.Diese schickte er auch unter Versicherung seiner Freundschaft und begleitet von denherrlichsten Geschenken. Nun ward die Hochzeit vollzogen, siebe» Tage und siebenNächte dauerten die Feierlichkeiten, und eine Menge Geldes ward unter die Armenausgetheilt. Das Zauberpferd, die Ursache so vieler Leiden und Freuden, ward in dieSchatzkammer gestellt und zum ewigen Gedächtniß aufgehoben. Keine Wolke trübtefortan den Himmel ihres Glückes, und ihr ganzes Leben war nur eine fortlaufendeKette der süßesten Annehmlichkeiten, bis auch sie der Zerstörer aller Freuden und derTrenner aller Bündnisse, der Tod, überfiel.

Der Sultan war über diese Geschichte höchst erfreut und gab Schehersad seineZufriedenheit darüber zu erkennen; diese aber sagte:O Herr, wenn du mir erlaubtest,die Geschichte Sindbad'S des Seefahrers zu erzählen, so würdest du noch viel mehrerstaunen über die wunderbaren Begebenheiten im Leben mancher Menschen." Der Sultangab ihr gerne die Erlaubniß dazu und Schehersad begann also:

Man behauptet, o glückseliger und verständiger König! daß unter der Negierung desChalifen Harun Arraschid, Gott erbarme sich seiner! in Bagdad zwei Männer lebten:der eine hieß Sindbad der Seemann und der Andere Sindbad der Lastträger.Sindbad der Lastträger war ein sehr armer Mann, der eine große Familie und einenkleinen Verdienst hatte; Sindbad der Seemann hingegen war ein äußerst angesehenerund weiser Kaufmann, der einen eben so ausgebreitetcn als einträglichen See- undLandhandel trieb, so daß er am Ende gar nicht mehr wußte, wo er das viele gewonneneGold und Silber und die mancherlei Maaren aufbcwahrcn sollte. In Bagdad selbst

Tausend und eine Nacht, n

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