Iw ei hundert und sechsundfünfzigste Nacht.
«^err! Als der Weise diese Worte hörte, geberdete er sich wie ein Wahnsinniger,schrie und weinte laut, schlug sich in das Gesicht und zerriß seine Kleider. Der König vonChina, noch mehr erzürnt durch dieses unehrerbietige Benehmen des Alten, befahl, ihnzu prügeln und den Scharfrichter zu holen. Durch diesen Befehl, den die Diener sogleichausführen wollte», zur Besinnung gebracht, stürzte sich der persische Weise zu den Füßendes Königs und sagte: „O Herr und König, habe Gnade und Erbarmen mit einemunglücklichen betrogenen Manne! Wisse, ich habe dieses kunstreiche Pferd gemacht und esdem König von Persien, meinem Herrn, gebracht, der mir dafür die Hand seinerjüngsten Tochter versprach. Sein Sohn aber, der ohne Zweifel der Astrologe ist, vondem du betrogen wurdest, ein unwissender, hochmüthiger Mensch, brachte mich nicht alleinum den wohlverdienten Lohn meiner jahrelangen Anstrengungen, sondern raubte mirjetzt auch noch mein Pferd selbst." Der König fragte, wie der Prinz ausfehe, und derAlte beschrieb ihn so genau, daß der König gar nicht mehr daran zweifelte, er sey eineund dieselbe Person mit dem Astrologen. Hierauf ließ er sich noch die ganze Geschichteerzählen und ärgerte sich immer mehr darüber, so daß er, nachdem der Alte geendigthatte, ihm ohne Weiteres den Kopf abschlagen ließ und sich voll Verdruß in seinenHarem zurückzeg. Sein ganzes Leben hindurch vergaß er diesen Vorfall nimmer undes kränkle ihn um so tiefer, da er sich dem König von Persien gegenüber zu schwachfühlte, um seiner Rache Luft zu machen und ihn zu bekriegen; ja er durfte von Glücksagen, daß Kamr al Akmar, sich mit dem Besitz seiner geliebten Prinzessin begnügend,nur an die Freuden der Liebe, nicht aber an Krieg und Rache dachte.