Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
37
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Zweihundert und sniifundfünszigste Nacht. 37

Truppen aufgestellt, die Prinzessin herabgehoben und in einen Kreis getragen, den derPrinz unter vielen Ceremonien und Zauberformeln mit seinem Stabe in den Sandgezogen hatte. Der Prinz ging nun um den Kreis herum, streute eine Hand voll Sandnach Osten und Westen und eine nach Norden und Süden, murmelte Beschwörungen

aus seinem Buche her, blickte dann wie horchend bald gen Himmel, bald zur Erde, und

befahl hierauf, rings um den Kreis goldene Nauchpfannen, eine an die andere, zustellen. Als das geschehen und das Näucherwerk bereit war, hob er den Kopf wiederin die Höhe, nickte dreimal und trat dann zu dem König, der in schweigender Erwartungseinem Beginnen zusah.Herr!" redete er ihn an,meine Geister haben mir gesagt,

daß der Teufel, der in dieses Mädchen gefahren, weil sie die schönste und tugendhafteste

auf Erden ist, seinen eigentlichen Sitz im Leibe eines Thieres aus schwarzem Ebenholzehat. Wird nun dieses Thier nicht gefunden, daß ich den Zauber brechen und denTeufel ausjagen kann, so wird das Mädchen jeden Monat von ihm befallen und geplagtwerden." Bei diesen Worten des Prinzen hob der König erst eine Weile sprachlos vorErstaunen die Hände empor, dann sagte er:Du bist ein göttlicher Mann und Meisteraller Weisen und Philosophen! Du hast bei Gott recht, denn ich sah mit eigenenAugen, wie neben dem Mädchen und dem alten Bösewichle ein Pferd von schwarzemEbenholze stand, was ohne Zweifel das Thier ist, von dem deine Geister dir sagten."Es ist so, wie du sagst," antwortete der Prinz,laß es in aller Eile, aber mitSorgfalt, herholen, damit es nicht beschädigt werde, sonst ist alle unsere Mühe vergebens."Der König gab sogleich die nöthigen Befehle und nach kurzer Zeit ward das Pferdhcrbeigeführt. Der Prinz untersuchte es auf's Genaueste, um sich zu überzeugen, daßes unbeschädigt sey, und als er Alles nach seinen Wünschen fand, führte er cs in denKreis, setzte die Prinzessin hinauf und befahl, alles Näucherwerk zumal anzuzünden.Als die Flammen aufloderten, zog er eine Hand voll zerschnittenes mit allerlei Charakterenbemaltes Papier aus seinem Turban und sagte:Sobald ich auf dem Pferd hinter

dem Mädchen sitze, werfet dies Papier in die Flammen. Wenn dem Pferde dieser Geruchin die Nase kommt, wird cs das Maul und die Nüstern aufsperren, um ihn einzusaugen,und dann wird dem Teufel in seinem Leibe so bang werden, daß er auöfahren wird,sobald ich diesen Wirbel drehe. Thut Alles genau, blickt immer auf die Rauchpfannen,daß kein Stückchen Papier auf die Erde fällt, und der Zauber wird gewiß durch dieMacht Gottes gelingen." Der König selbst trat hinzu, um genau Acht zu geben, daßAlles nach der Angabe des Prinzen geschehe, und bedrohte Jeden mit augenblicklichemTode, der sich ein Versehen zu Schulden kommen lasse. Der Rauch und der Dampf