Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
28
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28 Zweihundert und vieruudfiinfzigste Nacht.

csse». Nach der Mahlzeit sagte die Prinzessin zn dem Perser:O Diener, gedenke

deiner Pflichten nnd bringe mich znriick zn deinem Herrn und seinen Eltern. Ich versprechedir nicht allein Straflosigkeit für dein frevelhaftes Beginnen, sondern werde dich auchmit Geschenken überhäufen." Der Weise aber lachte sie aus und sagte:Gott verdammesie alle; jetzt bin ich dein Herr und du bist Sklavin. Dies Pferd hier gehört mir, ichhabe cs gemacht und bin dadurch reicher, als alle Könige der Welt. Glaube nur nicht,daß du diesen Elenden, den Prinzen, je Wiedersehen wirst. Mein bist du, schöne Prinzessin;aber ich liebe dich auch mehr als er und werde jeden deiner Wünsche befriedigen.Sklaven und Sklavinnen, Kleider, Geld, Schlösser und Gärten, Alles, was du nurwillst, sollst du bekommen. Aber weigere dich nicht, meine Liebe zu erwidern, sonstwerde ich dich peitschen und bei Wasser und Brod einsperrcn, bis du vor Elend umkommst."Der Perser, der etwas viel Wein getrunken hatte, wollte sie nun umarmen und küssen,sie aber schlug ihn so heftig auf die Brust, daß er fünf Schritte von ihr hinfiel.Wüthcnd über diesen Schimpf, erhob sich der abscheuliche Alte und stürzte von Neue»,auf sie los. Durch die Bestimmung des erhabenen Gottes aber traf es sich, daß derKönig von China gerade in jener Gegend jagte, und angelockt von dem Hülferufen derPrinzessin, eilte er an den Ort, von wo es herkam. Als er hier das wunderbarschöne, zornglühende Mädchen mit einem über alle Beschreibung häßlichen Alten ringensah, sprang er schnell vom Pferde, riß den Perser an der Schulter zurück undfragte ihn, was er da für ein Mädchen habe und warum er sie so mißhandle. DerWeise, der den König an seinem Turban erkannte, warf sich auf die Knie nieder undsagte:Mächtiger Herr und König, das undankbare Geschöpf hier, das ich aus demStaube zu mir emporgehoben und zu meiner Gattin angenommen habe, ist mir entlaufen,um einen elenden Landstreicher aufzusuchcn, und nachdem ich sie nun eingeholt und ihrmit milden Worten ihr Vergehen vorgehalten und Verzeihung zugcsagt habe, fiel sie inihrer Wuth über mich mit Kratzen und Schlagen her, so daß ich genöthigt war, sie zuzüchtigen. Ich bitte dich nun, großer und gerechter König, laß diese Hündin von deinenDienern fesseln, damit ich sie nach Hause bringen und dort bestrafen kann, wie sie esverdient." Die Prinzessin, welche halb ohnmächtig ans den Rasen niedergesunken war,sprang bei diesen schamlosen Lügen des Alten mit funkelnden Augen und glühendenWangen auf, warf sich dann zu den Füßen des Königs, küßte den Saum seines Kleidesund sagte:O Herr, wer du auch seyn magst, den mir der erhabene Gott zur Rettunggesendet hat, sehe mitleidig herab auf eine unglückliche Prinzessin und glaube diesemElenden nicht. Er lügt, o Herr! und ist ein listiger Zauberer, der mich aus den Armen