20 Zweihundert und dreinndfunfzigste Uacht.
mich in Verdacht hast." Der König selbst suchte jetzt den Prinzen zu beruhigen undihm die Hoffnung zu geben, daß das Ganze sich noch zur Zufriedenheit Aller lösenwerde. Der Prinz aber, dessen wildes Ungestüm sich etwas gelegt hatte, schütteltetraurigdas Haupt, denn er ahncte den Zusammenhang der ganzen Sache und fragte denGärtner nur noch, wer heute in den Garten gekommen sey? Dieser antwortete: „Niemandals der persische Weise." Der Prinz erwiderte kein Wort darauf, aber Wuth undScham, sich so überlistet zu sehen, zersprengten ihm fast das Herz; er ballte seine Fäusteund knirschte mit den Zähnen, daß alle Leute erschracken und ihm aus dem Wege gingen,wie einem verwundeten Löwen. Sein Vater blieb allein bei ihm in dem Gemach underschöpfte sich mit Bitten und Trostgründen; allein Alles war vergeblich, der Prinzhörte nicht darauf und sagte endlich zu ihm: „Mein Vater! gehe du mit den Truppen
in die Stadt zurück, ich weiche nicht von hinnen, bis ich im Klaren mit mir bin undeinen Entschluß gefaßt habe." Sein Vater schlug sich weinend auf die Brust und sagte:„Mein Sohn! Folge dem Triebe deines gute» Herzens und verlaß deinen Vater nicht!Komm mit uns und wähle dir eine Prinzessin zur Gattin von allen Prinzessinnen derErde." Der Prinz aber antwortete nicht hierauf, sondern drückte seinen Vater an dieBrust, nahm Abschied von ihm und ließ ihn allein und betrübt in die Stadt zurückkehrcn.Und so ward die Freude wieder in Trauer verwandelt.
Die Sultanin Schehersad bemerkte hier den Anbruch des Tags und brach inihrer Erzählung ab, um den Sultan von Indien aufstchen und an seine gewöhnlichenGeschäfte gehen zu lassen. In der nächsten Nacht fuhr sie aber folgendermaßen fort:
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