20 Zweihundert und zweiundfmifzigste Nacht.
Trauerkcider mit Frcudenklcider»; dic Stadt ward illuminirt und die Leute drängtensich herbei, um dem König Glück zu wünschen. Dieser ließ große Festlichkeiten anordnen,erließ alle Strafen, gab alle Gefangene frei und gab sieben Tage und sieben Nächtelang Mahlzeiten, bei denen Jedermann essen und trinken konnte, was er mochte. Dannritt der König mit seinem Sohne durch die Straßen, damit alle Leute ihn sehen und
sich seiner erfreuen konnten. Als die öffentlichen Festlichkeiten zu Ende waren, gingen
die Stadtbewohner wieder nach Hause ihren Geschäften nach, der König aber begab sich
mit seinem Sohne in's Schloß und feierte das glückliche Ereigniß nun auch im Kreise
seiner Familie. Da sie nun so bei Tische saßen und aßen und tranken und sich belustigten,befahl der König einer sehr schönen Sklavin, die Meisterin im Lautenspiele war, etwaszu singen. Sic ergriff die Laute, schlug die Saiten und sang folgende Verse:
„Glaube nickt, daß ick in der Ferne deiner vergesse; denn was könnte ichnoch denken, wenn ich dich vergäße? Dic Zeit vergeht, aber meine Liebe zu dirist ewig. Mit ihr werde ich sterben, und mit ihr werde ich wieder auferstehen!"
Bei der Necitation dieser Verse bemerkte die Sultanin Schehersad, daß der Tagangebrochen war; sie schloß daher für heute ihre Erzählung und setzte sie in der nächstenNacht mit diesen Worten fort:
KH.:. .<§»"