Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
19
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Zweihundert und zwciuiidfiinfziqstr Nacht. lg

zeigte das Wunder seinen Offizieren und Sklaven. Keiner wußte, was er dazu sagensollte, und so kehrten sie verwirrt und betäubt in's Schloß zurück. Der König ging indie Gemächer der Prinzessin, die indessen unter heißen Thräncn für die Rettung ihresGeliebten gebetet batte und mit Schmerzen die Nachricht über den Ausgang des Kampfeserwartete. Als ihr aber ihr Vater das Vorgcfallene erzählte, da hüpfte ihr das Herzin der Brust vor Freude und sie wandte ihr Gesicht ab, um ihr Lächeln und Erröthcn zuverbergen; sie hörte es kaum, als der König über den Prinzen schimpfte und sagte:Gottverdamme diesen schlechten, betrügerischen Zauberer!" Der König glaubte nämlich, durchsolche und ähnliche Reden seine Tochter über den ihr seiner Meinung nach widerfahrenenSchimpf trösten zu müssen, und ahnte freilich nicht, daß ihr Herz für den Prinzen inLiebe entbrannt war, und die Thränen, die ihren schönen Augen jetzt entquollen, nurdem Schmerze der Trennung und der Sehnsucht nach Wiedervereinigung flössen.Nachdem er eine geraume Zeit so zu ihr gesprochen hatte, verließ er sie und kehrte inseinen Palast zurück; die Prinzessin aber brach nun in lautes Weinen und Jammern auöund konnte weder essen, noch trinken, noch schlafen.

Der Prinz Kamr al Akmar (Mond der Monde, so hieß er) durchflog indessendie Luft, bis er in das Land seines Vaters kam. Er ließ sich auf der Terrasse seinesväterlichen Schlosses nieder und stieg vom Pferde; wie er die Treppe in das Schloßhinunter ging, fand er zu seinem Schrecken Asche aus die Pfosten des Schlosses gestreut,so daß er glauben mußte, es sey jemand von seinen Verwandten gestorben; er eilte indie inncrn Gemächer, um den Grund dieser Trauer zu erfahren, und hier fand erseinen Vater, seine Mutter und Schwestern in Trauerklcider gehüllt, mit bleichen,schmcrzentstcllten Gesichtern. Sein Vater sah ihn zuerst; er stieß einen lauten Schreiaus und fiel in Ohnmacht; und als er nach einer Weile in den Armen seines Sohneswieder zu sich kam, drückte er ihn laut weinend an seine Brust. Die Königin und diePrinzessinnen, welche bis jetzt in Schmerz versunken nichts gehört noch gesehen hatten,erwachten durch die Frcudenrufe des Königs aus ihrer Betäubung, und als sie anfblickten,sahen sie ihn in den Armen seines todtgeglaubtcn Sohnes. Sie stürzten auf ihn zu,umarmten und küßten ihn und fragten ihn unter Thränen, wie es ihm ergangen sey?Er erzählte ihnen Alles, was ihm begegnet war, von Anfang an bis zum Ende. Alser seine Erzählung geschlossen hatte, hob sein Vater die Augen gen Himmel und sagte:Gelobt sey Gott, der Erhabene, für deine Rettung, du Freude meines Auges undLeben meines Herzens!" Die Nachricht durchflog schnell die Stadt und verbreiteteüberall Jubel und Freude; man schlug Trommeln und Pauken und verwechselte die