Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
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Zweihundert und zweinndfünstigste Nacht.

Die Prinzessin, welche mit einem der vornehmsten Männer der Stadt verlobt war,glaubte, der Prinz scp ihr Verlobter, den sie noch nie gesehen hatte; sic fragte ihn

deßhalb:Bist du der Mann, mit dem mich mein Vater verlobt hat?" und der Prinz

antwortete ohne Bedenken:Ja, ich bin'ö!" Dies erfüllte die Prinzessin mit großerFreude, denn die außerordentliche Schönheit des Prinzen hatte bereits über ihr Herzdas Netz der Liebe wie ein flammendes Feuer geworfen, und cs kostete sie viel Ueberwindung,die Lebhaftigkeit ihrer Empfindungen zu mäßigen und die Würde zu beobachten, welcheihr königlicher Stand ihr gebot. Sie lud den Prinzen ein, sich neben ihr auf demThrone niederzulassen, und begann erst ein gleichgültiges Gespräch, das aber bald auf dieGefühle, von welchen sie Beide überwältigt waren, überging, und so lebhaft undleidenschaftlich wurde, daß die Sklavinnen davon erwachten. Als diese den Prinzenneben ihrer Herrin sitzen sahen, erstaunten sie sehr und konnten kaum ihren Augentrauen.O Herrin!" fragten sie dann,wer ist denn der junge Mann, der bei dirist?"Ich weiß cs nicht," antwortete die Prinzessin mit einiger Verlegenheit;ich

habe ihn so bei mir gefunden, als ich erwachte. Ohne Zweifel ist cs mein Verlobter,

denn wie hätte er sonst gewagt, in den Harem zu dringen?" Die Sklavinnen aberschüttelten den Kopf und sagten:O Herrin, beim erhabenen Gott! dein Verlobter kannmit diesem jungen Manne nicht im Geringsten verglichen werden." Und mit diesenWorten sprangen sie auf und eilten, ehe es die überraschte Prinzessin hindern konnte,zu dem noch immer schlafenden Sklaven, weckten ihn auf und riefen ihm zu:Sobewachst du das Schloß, daß Leute hcreinkommen, während wir schlafen?" Als der