Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
6
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tz Zweihundert und fünfzigste Nacht.

sich zu den beiden andern Weisen wendend, hinzu:Kommt morgen wieder zu mir,ihr Gelehrten und weisen Männer, um mir den Mechanismus eurer wunderbarenErfindungen zu zeigen und eure im Voraus gewährten Bitten mitzntheilen."

Am andern Morgen kamen also die drei Weisen in den Palast, wo sie der Königmit seinem ganzen Hofstaate auf einer Terrasse erwartete. Nachdem der Grieche undder Indier ihre Werke wiederholt gezeigt und in Bewegung gesetzt hatten, setzte derpersische Weise den Fuß in den Steigbügel, schwang sich auf das Pferd und fragte denKönig, ob es ihm gefällig scy, sich nun auch von der Wahrhaftigkeit seiner Worte zuüberzeugen. Der König winkte ihm mit der Hand, und nachdem der Perser einen

Wirbel am Halse des Pferdes umgedreht hatte, erhob sich das Pferd mit unglaublicher

Schnelligkeit in die Höhe. Der König und sein Hofstaat blickten sprachlos vor Erstaunendem wunderbaren Reiter nach, der bald nur noch wie ein Adler, dann wie ein Sperling

und endlich klein wie eine Mücke erschien, bis er ganz im Azur verschwand. Nach

einer Weile erschien er wieder und ließ sich langsam bis zur Höbe der Zinnen desPalastes herab, flog um dieselben in den kunstreichsten Wendungen, brach von derSpitze der höchsten Palme einen Zweig ab und ließ sich dann wieder auf der Terrassevor dem König nieder, dem er den Palmzweig überreichte. Der König gerietst beinaheaußer sich vor Freude und sagte zu den Weisen:Ihr habt eure Versprechen erfüllt unddie Wahrheit eurer Worte durch die That bewiesen; nun ist es an mir, auch mein Versprechenin Erfüllung gehen zu lassen. Fordre Jeder von mir, was er will, er soll es auf der Stellehaben." Die Weisen hatten aber schon den Abend vorher unter einander berathen, welcheBitte sie an den König stellen sollten. Der Indier hatte gerathen, eine Statthalterschaft zufordern; der Grieche hatte vorgeschlagen, hundert Kameele voll Maaren und Gold zuverlangen; der Perser aber schüttelte zu alle dem den Kopf und meinte:Statthalterschaftenkann uns der König wieder nehmen, Güter und Geld können uns Räuber unterwegsentreißen; wir müssen aber Eines wie das Andere vermeiden, und uns den wohlverdientenLohn durch ein Mittel sichern, das ich wohl überlegt habe und euch nun mittheilenwerde. Der König hat drei Töchter, eine schöner als die andere, diese wollen wir zuGemahlinnen verlangen, so wird er uns Statthalterschaften und Gold noch obendreingeben und erhalten müssen. Ich nehme die Jüngste, ihr könnt euch in die beiden Andernthcilen." Nach einigem Bedenken gingen der Indier und der Grieche auf diesen Vorschlagein, und so sprach denn der Perser zu dem König:Wenn der König, unser Herr,mit uns zufrieden ist, unsere Geschenke annimmt und uns erlaubt, etwas zu erbitten,so möchten wir, daß der König, der doch gewiß sein Wort nicht brechen wird, uns seine