Zweihundert und nenuunduierzigste Macht.
Befehl, Halt zu machen und die Zelte aufzuschlagcn, und auf der Stelle zu lagern, wo siewaren, Sie selbst ritt mit Amdjad nach dem Palaste, wo er sie dem König vorstellte.Nachdem sie von diesem mit allen ihrem hohen Range zukommcndcn Ehrenbezeigungenempfangen worden begrüßte sie der Prinz Asad, der gegenwärtig war und sie sogleichbei ihrem Erscheinen erkannt hatte. Während sie ihm ihre Freude darüber ausdrückte,ihn wieder zu sehen, erhob sich auf einmal ein mächtiger Lärmen und ein Staub, derdie ganze Luft erfüllte. Als er sich legte, erblickte man ein Heer, das sich wie einMeer über das Land ergoß; es umgab die Stadt wie das Weiße das Schwarze vomAuge, und der König, noch mehr erschrocken als das erste Mal, sagte zu Amdjad:„Was will diese zweite Armee? Das sind gewiß Feinde, die uns überfallen."
Amdjad eilte schnell fort, stieg zu Pferde, und nachdem er das Heer der KöniginMurdjane unter Waffen gerufen und in Schlachtordnung gestellt hatte, sprengte erdem neuen Heere entgegen. Den Ersten, denen er begegnete, rief er zu, er wolle ihrenAnführer sprechen, und man führte ihn vor einen König, wie er aus der Krone sah,die er auf dem Haupte trug. Sobald er ihn erblickte, stieg er vom Pferde, warf sichmit dem Gesicht zu Boden, als er ihm näher gekommen, und fragte: warum ergekommen und was er von dem König, seinem Herrn, begehre? Der Königerwiderte ihm: „Ich bin der furchtbare König, Herr der Inseln und Meere. Ichwandere umher, meine Tochter Bedur zu suchen, die ich mit dem Prinzen Kamressaman, Sohn des Schah Sem an, Königs der Kanarieninseln, vermählt habe.Ich hatte diesem Prinzen erlaubt, seinen Vater zu besuchen, mit der Bedingung, vonJahr zu Jahr mit meiner Tochter wieder zu mir zu kommen. Seit so langer Zeit aberhabe ich nichts mehr von ihnen gehört. Dein König würde einen besorgten Vater sehrverbinden, wenn er ihm irgend etwas davon mittheilen könnte." Der Prinz Amdjaderkannte an dieser Rede den König, seinen Großvater, küßte ihm zärtlich die Handund sagte: „Herr, du wirst mir diese Freiheit verzeihen, wenn du erfährst, daß ich sie
mir nehme, um dir, als meinem Großvater, meine Ehrerbietung zu erweisen. Ich binein Sohn Kamr essamans und der Königin Bedur, die sich, wie ich nicht zweifle,in bestem Wohlsepn in ihren Staaten befinden."
Als der König dies hörte, drückte er ihn an's Herz, und Beide weinten vorRührung und Freude. Auf die Frage des Königs, was den Prinzen Amdjad indas fremde Land geführt habe, erzählte ihm dieser seine und seines Bruders AsadGeschichte von Anfang bis zu Ende. Als er geendet hatte, sprach der König von China:„Gelobt scp Gott für eure Rettung! Es ist nicht billig, daß so unschuldige Prinzen,