Zweihundert und acht und» ier zinste TI acht. 915
Anstalten, versammelte seine Capitäne, Offiziere, Matrosen und Soldaten, und zur
bestimmten Stunde war Alles an Bord. Murdjane bestieg nun selbst ein Schiff, und
als ihr Geschwader außerhalb des Hafens und unter Segel war, theilte sie demCommandanten ihre Absicht mit und sagte: „Wenn Ihr das Schiff des Magiers, dasgestern Abend diesen Hafen verließ, einholet, so habt Ihr ein schönes Ehrengeschenk undviel Geld zu erwarten; holt Jhr's aber nicht mehr ein, so lass' ich euch Alle ohne
Ausnahme hinrichten." Die Schifflcute schrien nun einander Muth zu und verfolgten
das Schiff des Magiers den ganzen Tag, die Nacht und den zweiten ganzen Tag,ohne es zu erblicken. Am dritten Morgen aber sahen sie das Schiff in weiter Ferne,und so gut segelten die Schiffe der Königin, daß sie noch vor Mittag BahramsSchiff umringt hatten und es ihnen nimmer entgehen konnte.
Bahram hatte eben Asad auf's Verdeck bringen lassen und ihn so derb geschlagen,daß er vor Schmerzen um Hülse schrie. Er war schon dein Tode nahe, als Bahramdie Schiffe sich ihm nähern sah. Seine Verlegenheit war groß, weil er sah, daß erbald gänzlich umringt seyn werde und nimmer entkommen könne. Er überlegte bei sich,wenn man Asad bei ihm finde, so sey es um ihn geschehen, tödte er ihn aber, sokönnten sich Spuren seiner Ermordung zeigen. Er ließ ihn daher losketten, faßte ihnbei der Hand und schrie ihn an: „Wehe dir, du bist Schuld an allem meinem Unglück!"Mit diesen Worten stürzte er ihn in'S Meer.
Asad aber, der ein guter Schwimmer war, tauchte unter, kam wieder in dieHöhe, und arbeitete mit Händen und Füßen, bis eine Welle ihn an's Land trieb, dennder erhabene Gott hatte beschlossen, ihn zu retten. Er stieg an's Land und konnte kauman seine Rettung glauben. Dann zog er seine Kleider aus, drückte und breitete sie aufeinem Felsen aus, um sie in der Sonne zu trocknen, setzte sich nackt hin, und weinendüber die vielen Unglücksfälle, die ihm zugestoßen, dankte er dem allmächtigen Gott,der ihn aus allen diesen Gefahren gerettet hatte.
Er sah sich überall um, wußte aber weder wo er war, noch wohin er gehen solle;endlich zog er seine Kleider wieder an und wanderte fort, ohne sich allzu sehr vomMeere zu entfernen, bis er eine Straße fand, die er einschlug. Zehn Tage brachte erauf diesem Wege in einem öden Lande zu, und aß von den Kräutern der Erde undtrank vom Wasser der Bäche.
Endlich kam er an eine Stadt, die er für die Stadt der Magier erkannte, wo erso viel gelitten hatte, und in welcher sein Bruder Amdjar als Großvezier wohnte. Erfreute sich sehr darüber; aber die Nacht überfiel ihn, und die Tbore der Stadt waren