Zweihundert und scchsunduierzi gste Nacht. 907
Es steht nicht mehr bei uns, den Hafen dieser Königin zu vermeiden, wenn wirnicht an der felsigen Küste scheitern wollen. Wir haben nur die Wahl, uns von denWellen verschlingen zu lassen, oder in den Hafen der Königin Murdjane einzulaufen;aber ihr unversöhnlicher Haß gegen unsere Religion und alle ihre Bekenner ist euchwohl bekannt. Sie wird nicht unterlassen, unser Schiff mit Beschlag zu belegen unduns Alle, bis auf den letzten Mann, umbringen zu lassen. Nur ein einziges Mittel seheich, das uns vielleicht noch retten könnte. Ich meine, daß wir den Muselmann, welchenwir mit uns führen, von seine» Ketten befreien und ihm Sklavenkleider anziehen.Wenn ich dann vor der Königin Murdjane erscheine, wird sie mich fragen, wer ichsep, und ich antworte ihr darauf: ich sey ei» Sklavenhändler, habe aber alle meineSklaven schon verkauft bis auf Einen, den ich, weil er im Lesen und Schreibenbewandert, für mich behalten habe, über mein Geld und meine Maaren Rechnung zuführen. Nun wird sie ihn natürlich sehen wollen, und da er ein sehr hübscher Junge undüberdies von ihrer Religion ist, wird sie Mitleid mit ihm haben und ohne allen Zweifelmir ihn abkaufen wollen, und uns daher die Erlaubniß geben, in ihrem Hafen zuverweilen, bis wir wieder günstigen Wind bekommen. Das ist meine Meinung. Wißtihr aber irgend einen bessern Ausgang, so sprecht, es würde mir sehr lieb seyn."
Die Sultanin Schehersad mußte mit diesen Worten enden, weil sie schon denTag anbrechen sah. In der folgenden Nacht fuhr sie in ihrer Erzählung fort und sagtezu dem Sultan von Indien:
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