Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
905
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Zweihundert und sechgunduicrzijiste U»cht. OOi

die Hinrichtung aufzuschicben, nahm Beide, Bahdar und Amdjad, und führte sie vorden König, dem er den Vorfall berichtete.

Der König sah Amdjad an und sprach:Du hast also das Mädchen ermordet?"Dieser antwortete:Ja!" und wiederholte auf des Königs Verlangen Alles, wie cs sichereignet hatte, von Anfang bis zu Ende, und um seine und des OberstallmeistcrsUnschuld eindringlicher zu machen, ergriff er die Gelegenheit, und erzählte auch seineund seines Bruders Asad Geschichte, von Anfang an bis zu ihrer Ankunft indiesem Orte.

Der König verwunderte sich sehr darüber und sagte hierauf:Prinz, es macht mirVergnügen, daß dieser Vorfall mir Gelegenheit gab, dich kennen zu lernen; ich verzeihenicht nur dir und meinem Oberstallmeister, den ich für seine dir erwiesene Güte undAufmerksamkeit hiemit belobe und in sein Amt wieder einsetze, sondern ich ernenne dichauch zu meinein Großvezier, um dich einigermaßen über die ungerechte, wenn auchverzeihliche Behandlung des Königs, deines Vaters, zu trösten. Was aber den PrinzenAsad, deinen Bruder, betrifft, so ermächtige ich dich, alle deine von mir verlieheneMacht zu benutzen, um ihn wieder zu finden."

Nachdem Amdjad dem König der Stadt und des Landes der Magier gedankt unddas Amt des Großvezicrs angetreten hatte, wandte er alle nur erdenkliche Mittel an,den Prinzen, seinen Bruder, wieder zu finden. Er ließ durch die öffentlichen Ausruferin allen Theilen der Stadt denjenigen eine große Belohnung versprechen, welche ihnwieder brächten, oder auch nur irgend Nachricht von ihm mittheilten. Auch auf's Landhinaus schickte er Leute zur Nachforschung, aber welche Mühe er sich auch gab, er konntenie auch nur das Mindeste von ihm erfahren.

Asad lag indessen stets gefesselt in dem unterirdischen Gemache, in welches ihn derverschlagene Alte gebracht hatte- und die Sklavin und Tochter desselben peinigten ihnimmer mit derselben Grausamkeit und llnmenschlichkeit, bis endlich das Fest derFeueranbeter herannahtc. Da machte Bahrain tzso hieß der Magier, bei dem Asadwar) Vorbereitungen zur Reise, rüstete ein Handelsschiff ans und ließ Alles, was ernöthig hatte, an Bord schaffen. Als Alles in Ordnung war und das Schiff unter Segelgehen konnte, nahm er den Prinzen Asad, legte ihn in eine Kiste, welche einigeLuftlöcher hatte, und deckte ihn mit allerlei Maaren zu; dann verschloß er die Kiste undbefahl, sie in das Schiff zu tragen.

Der Prinz Amdjad ritt eben am Ufer des Meeres spazieren, als BahrainsDiener mit der Kiste kamen; bei dem Anblick derselben schlug ihm das Herz in der Brust

Tausend und eine Nach!. I.

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