902 Zweihundert und fliilfnllduicrzigste Nacht.
daranstvßendeS Zimmer, um sich zum Schlafen nicderzulegeu, denn er war sehr müde vonseiner Arbeit und den vielen Schlägen; daher schlief er auch bald ein und schnarchte.
Nach einer Weile erwachte das Mädchen und mußte hinausgehen; sie fand Bahdar
schlafend und schnarchend, und sprach beim Eintreten zu Amdjad: „Herr, ich
beschwöre dich bei meinem Leben, thu' mir den Gefallen, um welchen ich dich bitte." —
„Worin besteht er?" fragte Amdjad. „Steh' auf," sagte sie, „nimm das Schwert,
das dort hängt, und schlage deinem Diener den Kopf ab; thust du es nicht, werdeich dich in's Verderben stürzen." Amdjad war höchst erstaunt und erschrockenüber diese Zumuthung, welche, wie er sich dachte, der Wein dem Mädchen eingab, undsagte: „Was fällt dir ein, daß du ihn umbringen willst? Lassen wir den SklavenSklaven scyn, er verdient nicht, daß du dich mit ihm auch nur in Gedanken beschäftigest;ich habe ihn bestraft und du selbst hast das auch gcthan, das genügt; zudem bin ich mitihm zufrieden, und er läßt sich sonst derlei Fehler nicht zu Schulden kommen." Daswüthende Mädchen versetzte aber: „Ich will es nun einmal so haben, und wenn ernicht durch deine Hand stirbt, so soll er durch meine eigene sterben." Amdjad erwiderte:„Bei Gott! thu' das nicht und laß mich damit in Ruhe." Sie aber sagte: „Es bleibtdabei, er muß umgcbracht werden." Und mit diesen Worten sprang sie aus dem Bett,ergriff das Schwert, zog es aus der Scheide und eilte hinaus, ihr mörderisches Gelüstezu befriedigen.
Der Tag fing schon zu dämmern an, als Sch ehersad diese Worte sprach; siebemerkte cs und schloß in ihrer Erzählung, die sie die folgende Nacht sortsetzte.