Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
866
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866 Zuikihundert und achtunddrcihigste Nacht.

und indem er die Augen aus die zerstreuten Eingeweide warf, sah er aus dem Magendes getödteten Vogels etwas Rothes hervorragen, das wie Feuer glitzerte. Er hob denMagen auf, zog den Gegenstand, der seine Aufmerksamkeit rege gemacht hatte, herausund fand, daß cs der Stein war, der seine Trennung von seiner geliebten PrinzessinBedur verursacht, und ihn so viel Kummer, Thränen und Seufzer gekostet hatte.

Es ist nicht möglich, die überschwängliche Freude des Prinzen Kamr essamanbei dem Anblicke des Talismans auszudrücken.Bei Gott," rief er aus,das ist eingutes Zeichen! Ich nehme cs als Vorbedeutung, daß der Himmel beschlossen hat, michbald wieder mit meiner Geliebten zu vereinigen." Nach diesen Worten küßte er denTalisman, wickelte ihn ein und band ihn sorgfältig um seinen Arm.

In seiner tiefen Betrübniß hatte Kamr essaman bisher fast alle Nächte, ohne einAuge zu schließen, in quälenden Gedanken hingcbracht; in dieser Nacht aber schlief ersanft, und am folgenden Morgen, nachdem er sein Arbeitskleid angelegt hatte, ging erzum Gärtner und fragte ihn, was es heute zu thun gäbe, und dieser bat ihn, einenalten Johannisbrodbaum, der keine Früchte mehr trug, umzuhauen und zu entwurzeln.

Kamr essaman nahm eine Art nebst den übrigen Werkzeugen, deren er zu diesemGeschäft bedurfte, und ging, Hand an's Werk zu legen. Als er nun einen Ast derWurzel durchhieb, traf er auf etwas, das Widerstand leistete und einen Hellen Klanggab. Er räumte die Erde weg und entdeckte eine große eherne Platte, unter welcher er,nachdem er sie ringsherum frei gemacht und aufgehoben hatte, eine Treppe von zehnStufen fand. Er stieg hinab und kam in ein Gewölbe, in welchem er fünfzig großeeherne Gefäße, wie Urnen gestaltet, und jedes mit einem Deckel versehen, rings herumstehen sah. Er öffnete sie alle, eines nach dem andern, und siehe da, sie waren sämmtlichvoll Goldstaub, so fein wie Mehl. Da dachte er: das Unglück ist verschwunden, unddas Glück hat wieder bei mir eingekehrt, stieg aus dem Gewölbe herauf, deckte die Plattewieder auf die Treppe und ging nach Hause, um die Rückkunft des Gärtners zu erwarten.

Dieser hatte den Tag zuvor nicht Alles erfahren, was er wissen wollte, und wardeßwegen an diesem Tage wieder in die Stadt gegangen, um völlige Gewißheit inBetreff der Abfahrt deS Schiffes zu erlangen. Bei seiner Nachhausekunft rief erKamr essaman schon unter der Thür entgegen:Gute Nachricht, mein Sohn! dasSchiff ist ausgerüstet, und wird in drei Tagen absegeln. Ich bin wegen deinerEinschiffung und Ueberfahrt mit dem Schiffshauptmann bereits einig geworden."

Angenehmeres," erwiderte Kamr essaman,hättest du mir nicht ankündigenkönnen; um so mehr freut es mich, dir auch eine Neuigkeit mittheilen zu können, welche