Znieihundert und achiunddreihrgste Nacht. 867
dir Vergnügen machen wird." Er erzählte ihm hierauf, was er bei der Entwurzelungdes Johannisbrodbaumes gefunden hatte.
Der Alte wünschte ihm von Herzen Glück zu seinem Fund und sagte: „Es istwohl achtzig Jahre, daß mein Vater todt ist, und seitdem habe ich die Erde desGartens jedes Jahr von neuem ganz umgewühlt, ohne etwas Aehnliches zu entdecken;du bist noch nicht ganz ein Jahr hier, und hast den Schatz gefunden. Das ist einBeweis, daß er dir und Niemand sonst bestimmt war. Gott beschert ihn dir zurrechten Zeit, um dein Unglück zu enden, und dich wohlbehalten zu den Deinigenzurückkehren zu lassen."
Der Prinz Kamr essaman wollte dem Gärtner an Edelmuth nicht nachstehen,und beide hatten einen großen Wettstreit darüber, wem der Schatz gehören sollte. DerPrinz bctheuerte endlich, daß er durchaus nichts davon nehmen würde, wofern nicht derGärtner die Hälfte für seinen Theil behielte. Der Alte gab nach, und so gingen siemit einander hin und theilten sich Jeder fünfundzwanzig Gefäße zu.
Nach geschehener Theilung sagte der Gärtner zu Kamr essaman: „Mein
Sohn, damit ist's noch nicht abgethan; du mußt darauf bedacht seyn, diese Reichthümerso heimlich mit dir zu führen, daß Niemand etwas davon erfährt: sonst läufst duGefahr, sie zu verlieren. Es gibt auf der Ebenholzinsel keine Oliven, und die hiesigensind so gut, daß sie nach allen Ländern versendet werden. Wie du weißt, habe icheinen großen Vorrath davon aus meinem Garten gesammelt: nimm daher fünfzigKrüge, fülle sie zur Hälfte mit Goldstaub und lege die Oliven oben darauf; und sowollen wir sie auf das Schiff bringen lassen, mit welchem du abfährst."
Kamr essaman befolgte diesen Rath und verpackte die fünfzig Krüge nach derAnleitung des Gärtners. Dabei fiel ihm ein, daß ihm der Talisman seiner Geliebten,den er am Arme trug, verloren gehen könnte, und so gebrauchte er die Vorsicht, ihnin einen der Krüge zu thun und ein Kennzeichen an denselben zu machen.
Nachdem er Alles wohl verpackt und die Krüge in einem Winkel an der Gartenmauerso aufgestellt hatte, daß man sie nur nehmen und auf das Schiff bringen durfte, kehrteer zu dem Gärtner zurück, um den Abend vollends im Gespräche mit ihn: hinzubringcn:denn er war nun ganz reisefertig und konnte sich jeden Augenblick einschiffen, da ja derAlte schon einen Platz für ihn bestellt hatte.
Diesen fand er auf einer Rasenbank im Garten unter einem Baume sitzend. Er setztesich neben ihn und begann ein Gespräch, dessen Hauptgegenstand, wie natürlich, seine naheAbreise und die zweifelhafte Hoffnung auf das Wiedersehen seiner Geliebten war.