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1 (1838)
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864
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864 Zweihundert und achtunddreißigste Nacht

Fleisch und Blut. Der König erkannte den Rock Kamr essamans und stürzte mitdem Ansruf: »Wehe, mein Sohn!" ohnmächtig zu Boden.

Nachdem er durch seine Leute, welche ihm frisches Wasser in's Gesicht spritzten,wieder zu sich gebracht worden war, schlug er mit geballten Fäusten gegen Brust undStirne, zerriß seine Kleider von oben bis unten und glaubte fest, daß er seinen Sohnauf immer verloren habe.

Die Leute des Königs stimmten in die Klagen des unglücklichen Vaters mit ein,zerrissen gleichfalls ihre Kleider, streuten Erde auf ihr Haupt und schrien und weinten,bis die Nacht hereinbrach. Verzweiflung im Herzen und dem Tode nahe, kehrte derKönig in seine Hauptstadt zurück und ließ auf allen Inseln seiner Herrschaft umher dieTrauerknnde von dem Tode seines Sohnes ausrufen. Das ganze Reich nahm Antheilan seinem Verlust, und überall wurden prachtvolle Feierlichkeiten zu Ehren des Verstorbenenangestellt. Schah Sem an aber ließ in der Nähe seines Palastes ein großes Gebäudeausführen, das er das Haus der Trauer nannte, und brachte außer den zwei Wochentagen,an welchen er die Regierungsangelegenhciten besorgte, alle seine Zeit mit Gebet undLesen in den heiligen Büchern daselbst zu.

Indessen hatte der Prinz Kamr essaman in dem Garten seines gastfreundlichenWirthes Tag für Tag fleißig gearbeitet. Eines Morgens, als er wieder an seineGeschäfte gehen wollte, hielt ihn der Gärtner davon ab.Die Götzendiener," sagte erzu ihm,haben heute ein großes Fest, und da sie sich aller Arbeit enthalten, so wollensie, daß auch die Muselmänner nicht arbeiten. Wir müssen uns hüten, ihr? Aufmerksamkeitauf uns zu ziehen, weil wir sonst keinen Augenblick mehr vor ihrer Verfolgung sicherwären. Deßhalb magst du heute feiern. Ich lasse dich hier, und da die Zeit herannaht,daß das Schiff, von welchem ich dir gesagt habe, nach der Ebenholzinsel unter Segelgehen wird, so will ich einige Freunde besuchen, um mich bei ihnen nach dem Tageseiner Abfahrt zu erkundigen, und zugleich dafür sorgen, daß du mitsahren kannst."

Als der Prinz Kamr essaman sich allein sah, ries die Muße, zu welcher ergenöthigt war, die traurige Erinnerung an sein unglückliches Schicksal und an dieTrennung von seiner geliebten Gemahlin stärker als jemals zurück. In sich gekehrt,wandelte er unter Weinen und Seufzen im Garten umher, bis das Geschrei Zweier-Vögel auf einem Baume ihn endlich bewog, das Haupt emporzuheben und stille zu stehen.

Kamr essaman sah mit Erstaunen, wie die beiden Vögel sich greulich mit ihrenSchnäbeln hackten, so daß in wenig Augenblicken der eine todt vom Baume herabfiel.Der Vogel, der gesiegt hatte, schwang sich wieder in die Luft und verschwand.