Iweihundert und -reiund-reißigste Nacht
Schehersad fuhr fort: Der Prinz Kamr essaman fühlte bei dieser Anrede
Marsawans eine süße Erquickung in seinem Herzen und gab seinem Vater durchWinke zu verstehen, er möchte seine» Platz verlassen und erlauben, daß der Fremdlingihn einnehme.
Der König, erfreut, an seinem Sohn eine Veränderung wahrzunehmen, welche ihmgute Hoffnung gab, stand auf, faßte Marsawan bei der Hand und nöthigte ihn, sichneben den Prinzen an das Bett zu setzen. Er fragte ihn, wer er sey, und woher erkomme, und nachdem Marsawan ihm geantwortet hatte, er sey ein Unterthan desmächtigen Königs von China und komme aus dessen Staaten, sagte er: „Wollte Gott,daß du meinen Sohn von seiner Krankheit heilen könntest: mein Dank würde ohneGrenzen seyn, und alle Welt sollte erkennen, daß nie ein Dienst besser belohnt wordenist." Nach diesen Worten ließ er die Beiden allein und trat mit dem Großvezier beiSeite, um sie in ihrer Unterhaltung nicht zu stören.
Marsawan näherte sich dem Ohre des Prinzen und sprach leise zu ihm: „MeinHerr, fasse Muth und höre auf, dich so jämmerlich zu betrüben! Frage nicht nach der,um welcher willen du leidest, noch nach ihrem Zustande: du hast dein Geheimniß indeine Brust verschlossen und bist dadurch krank geworden; sie über hat Alles geoffenbartund leidet darum doch nicht weniger; ihr Zustand grenzt an Wahnsinn, und sie trägtdeßhalb Ketten an Händen und Füßen."