Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
835
Einzelbild herunterladen
 

Zweihundert und zweiuuddreihitlstc Uacht. 8!

und als er wieder zu sich gekommen war, wurde er wohl bewirthet und hierauf zu demGroßvezier geführt, der befohlen hatte, ihn zu ihm zu bringen.

Da Marsawan ein sehr wohlgebildeter junger Mann von gutem Aussehen war,so empfing ihn der Vezier freundlich und erkundigte sich nach seinem Schicksal.Marsawan beantwortete alle Fragen, die der Vezier an ihn that, auf eine sobefriedigende und geistvolle Weise und verrieth im Laufe des Gespräches so vieleKcnntniß und Erfahrung, daß der Vezier große Hochachtung für ihn faßte und sichbewogen fand, zu ihm zu sagen:Aus deinen Reden, Fremdling, ersehe ich, daß dukein gemeiner Mensch bist. Ich bin das Werkzeug deiner Rettung, und so kann vielleichtdurch dich auch Andern geholfen werden. Wollte Gott, daß du auf deinen Reisen unddurch dein Nachdenken in den Besitz irgend eines Mittels gekommen wärest, einenKranken zu heilen, der schon lange Zeit diesen Hof in große Besorgniß versetzt!"

Marsawan bat, ihm die Geschichte dieses Kranken zu erzählen, und der Veziersagte ihm Alles was sich mit Kamr essaman zugetragen hatte, von Anfang biszu Ende.

Die Erzählung des Veziers traf genau mit demjenigen zusammen, was Marsawanschon in der Stadt gehört hatte, von welcher er herkam, und er konnte nicht mehrzweifeln, daß der Prinz Kamr essaman derjenige sey, für den die Prinzessin vonChina in Liebe entbrannte, und daß diese Prinzessin der Gegenstand der heißen Sehnsucht