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1 (1838)
Entstehung
Seite
827
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Sweihundert und einunddreihrgste Nacht. 827

nicht zu bewirken im Stande ist, dem schwöre ich zu, daß ihm ohne Gnade undBarmherzigkeit der Kopf abgeschlagen wird."

Als die Anwesenden die Worte des Königs vernahmen, wurde in Allen der Wunschrege, die Prinzessin heilen zu können. Ein bejahrter Emir, welcher der Zauberei kundigwar, schmeichelte sich mit einem glücklichen Erfolg und bot dem Könige seine Dienstean. Der König hielt ihm nochmals die Bedingungen vor, unter denen er es wagenmüßte; der Emir ließ sich aber nicht abschrecken und bestand darauf, die Heilung zuversuchen. Er ließ sich von dem Könige zu Bedur begleiten und nahm allerleiBeschwörungen mit ihr vor.

Als die Prinzessin den fremden Mann sah und seine sonderbaren Sprüche hörte,verhüllte sie ihr Gesicht und sprach:Mein Herr und Vater, du überraschest mich durchdie Zuführung eines Mannes, den ich nicht kenne, und vor dem mein Antlitz sehen zulassen mir das Gesetz verbietet."Meine Tochter," erwiderte der König,seineGegenwart darf dir keinen Anstoß geben: ich hübe ihn nur hieher gebracht, damit erden bösen Geist austreibe, der von deiner Seele Besitz genommen hat." -Bonmeiner Seele," versetzte die Prinzessin,hat Niemand anders Besitz genommen, als derschöne Jüngling, dessen Ring ich am Finger trage. Du wirst es mir nicht übel nehmen,wenn ich von keinem andern Mann etwas wissen will."

Der Emir hatte erwartet, daß die Prinzessin ausschweifende Dinge thun oder sagenwürde, und war sehr erstaunt, als er sie so ruhig sah und so verständig reden hörte.Er erkannte wohl, daß ihr Wahnsinn nichts Anderes als eine heftige Liebe sey, dieihren guten Grund haben müsse. Er wagte es nicht, sich gegen den König darüber zuerklären, sondern warf sich demselben zu Füßen, küßte die Erde vor ihm und sagte:Mein Herr und König! Nach dem, was ich so eben gehört habe, würde es unnütz seyn,wenn ich die Heilung der Prinzessin unternähme; ich weiß kein Mittel gegen ihr Nebel,und mein Leben ist dir verfallen." Der König, erzürnt über die Unfähigkeit des Emirsund über die Mühe, die er ihm verursacht hatte, ließ ihn sogleich festnehmcn undhinrichten.

So blieb nun die Sache eine Zeit lang, und dem König schmeckte weder Speisenoch Trank. Um jedoch nichts zu versäumen, ließ er in seiner Hauptstadt, auf denandern Inseln, in den Festungen am Meere und in allen Ortschaften des platten Landesausrufen: Wenn ein Arzt, Sterndeuter oder Zauberer so geschickt wäre, die Prinzessinwieder zu Verstand zu bringen, so möchte er nur kommen, jedoch unter der Bedingung,den Kopf zu verlieren, wenn ihm die Heilung nicht gelänge.