Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
810
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bUÜ Zwei hu »dort und achtundzwu »zig sie Nacht.

Aber weder die süßesten Worte, noch die ungestümsten Liebkosungen waren imStande, sie zu wecken, und Kamr cssaman wurde Plötzlich verlegen und nachdenklich.Wenn mich meine Vermuthung nicht täuscht," sagte er bei sich selber,so ist dies dasMädchen, welches der Sultan, mein Vater, mir zur Gattiu geben wollte. Er hat sehrUnrecht, daß er sie mich nicht eher sehen ließ. Ich würde ihn nicht durch meinenUngehorsam und durch meine Widersetzlichkeit vor aller Welt so beleidigt, und er würdesich die Beschämung erspart haben, welche ich ihm verursacht habe. Gleich in allerFrühe will ich hingeheu, mich zu seinen Füßen werfen und ihn um Verzeihung bitten,und ehe der Abend vergeht, werde ich sie als meine Gattin umarmen und mich ihrerSchönheit und Anmuth freuen."

Kamr essaman bereute ausrichtig den Fehler,, den er begangen hatte, und neigtesich abermals über die Schöne, um sie zu küssen. Da fuhr ihm ein anderer Gedankedurch den Kopf, und indem er sich wieder anhielt, sprach er:Vielleicht will mich meinVater überraschen: ohne Zweifel hat er dieses Mädchen abgeschickt, um mich zu versuchen,ob ich wirklich so großen Abscheu vor dem Ehestand trage, als ich ihm bezeigt habe.Sie muß ihm dann berichten, was geschehen ist, und Niemand wird mir glauben, daßin so kurzer Zeit eine so große Veränderung mit mir vorgegangen scy. Oder werweiß, ob er sie nicht selbst hergebracht und sich irgendwo versteckt hat, wo er Alles sieht:wenn ich mich nun von dem Ungestüm der Leidenschaft hiureißen lasse, wird er mirmorgen Vorwürfe machen und mich über meine Verstellung beschämen. Dieser zweiteFehler wäre noch größer, als der erste. Nein, nein! ich will sie nicht berühren oderlieber gar nicht mehr ausehen; auf jeden Fall aber will ich mir ein Andenken von ihrnehmen."

Er ergriff dann ihre Hand und sah au ihrem Finger einen goldnen Siegelringmit einem Rubin aus Balchaschan, auf welchem folgende Verse eingegrabcn standen:

Glaube nicht, baß ich vergesse» habe, was bu mir geschworen;

Seitdem du mich verlasse», ist mein Herz ans glühende» Kohlen."

Diesen Ring zog er der Prinzessin behende vom Finger und steckte ihr den seinigendafür an. Hierauf kehrte er ihr den Rücken zu, und es währte nicht lange so schliefer durch Bezauberung des Geistes wieder eben so fest, als zuvor.

Sobald er eiugeschlafeu war, sagte Maimuua zu Dah ne sch mit triumphircnderMiene:Hast du gesehen, verfluchter Geist, wie wenig sich mein Prinz aus deinerPrinzessin macht? Ohne sie mehr als eines flüchtigen Blickes zu würdigen, hat er ihr