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1 (1838)
Entstehung
Seite
787
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Zweihundert und vierund zwanzigste Nacht. 787

begnügen, ihn regieren zu sehen. Lange schon habe ich gearbeitet, und ich bedarf derRuhe."

Der Großvezier wollte dem König nicht alle die Gründe Vorhalten, durch welcheer ihn hätte von seinem Entschluß abbringen können, sondern ging im Gegcntheil aufseine Absicht ein und antwortete ihm:Großmächtigster Herr und König! Der Prinz ist,wie mir scheint, noch zu jung, um ihn jetzt schon mit einer so schweren Bürde zubeladen, als die Regierung eines mächtigen Staates ist. Du fürchtest mit gutemGrunde, er möchte durch Müßiggang verdorben werden; solltest du aber, um diesemNebel vorzubeugen, es nicht gerathen finden, ihn zuvor zu vermählen? Die Ehe fesseltund bewahrt einen jungen Mann vor Zerstreuung. Dabei könntest du ihm Zutritt imStaatsrathe geben, wo er allmählich lernen würde, den Glanz und das Gewicht einerRegierung aufrecht zu erhalten, welche du mit der Zeit an ihn abtretcn kannst, sobalddu ihn nach deiner eigenen Erfahrung für fähig dazu hältst."

Die Ansicht des Veziers gefiel Schah Seman, und er beschloß, einen Rath zubefolgen, der seiner eigenen Meinung nicht geradezu entgegen war und die zärtlicheSorgfalt für seinen Sohn mit Klugheit und Umsicht verband. Sobald er daher denVezier entlassen hatte, ließ er den Prinzen Kamr essaman rufen.

Dieser erschien, grüßte seinen Vater, küßte ihm die Hand und neigte bescheiden,wie ein wohlgebildeler Jüngling, den Kopf zur Erde. Da er jedoch bisher täglichmehrere Stunden in der Nähe seines Vaters zugcbracht hatte, ohne dazu gerufen zuwerden, so war er durch diesen ungewöhnlichen Befehl augenscheinlich überrascht undstand nicht so unbefangen wie sonst seinem Vater gegenüber, sondern erwartete mitniedergeschlagenen Augen, was er ihm zu sagen hätte.

Der König bemerkte das Gezwungene in dem Benehmen des Prinzen und sagtemit beruhigendem Tone zu ihm:Weißt du, mein Sohn, warum ich dich habe rufenlassen?"Herr!" antwortete der Prinz mit Bescheidenheit,Gott allein dringt bisin die verborgenen Falten des Herzens: ich weiß nicht, was du mir zu sagen hast,freue mich aber, es aus deinem Munde zu vernehmen."Es geschieht," fuhr derSultan fort,um dir zu sagen, daß cs mein sehnlicher Wunsch ist, dich glücklichvermählt zu sehen. Was dünkt dich dazu?"