Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Iweihundert und -reiun-zwanzigste Nacht.

Schehersad erzählte weiter: Nureddin wurden jetzt die Augen verbunden.Während dies geschah, ertönte der ganze Platz von lauten Verwünschungen gegen denVezier, dessen Grausamkeit auch die rohesten und gleichgültigsten Gemüther empören mußte.

Auf Einmal erhob sich in der Entfernung eine große Staubwolke, und als derKönig von seinem Palast aus dieselbe erblickte, befahl er, mit der Hinrichtung zu wartenund nachzusehen, was die ungewöhnliche Erscheinung bedeute.

Muin, der wohl ahnte, was es seyn könnte, drang in den König, dem Scharfrichterdas Zeichen zu geben.Nein," erwiderte der Königzuvor will ich wissen, was esNeues gibt."

Unterdessen hatte sich die Staubwolke genähert, und man erkannte, daß sie voneinem Trupp Reiter hcrrührte, die mit verhängten Zügeln gerade gegen den Palastdahersprengten. Es war der Großvezier Djafar mit seinem Gefolge, der selber imNamen des Chalifen von Bagdad kam.

Zum Verständnisse dieser plötzlichen und unvermutheten Ueberraschung ist zu bemerken,daß nach Nureddins Abreise mit dem Briefe des Chalifen dieser am folgendenMorgen und selbst mehrere Tage nachher nicht daran gedacht hatte, einen besonderenBoten mit der Kundmachung und dem Ehrenkaftan abzusenden, wovon er der schönenPerserin gesagt hatte. Er befand sich in dem innern Palaste der Frauen, als er imVorbeigehen an einem Zimmer eine sehr schöne Stimme hörte; er wurde aufmerksamund blieb stehen; da vernahm er folgende Verse: