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1 (1838)
Entstehung
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774
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774 Zweihundert und zweiundzwanzigste Nacht.

dem Throne sitzt."Geh'," erwiderte der König,und laß ihm den Kopf abschlagen,ich gebe dir Vollmacht dazu."Dein Wille, o Herr und König! soll geschehen,"sagte Muin hierauf.So sehr ich dir aber für die Gerechtigkeit verbunden bin, diedu mir angedcihen lassest, so wage ich es doch, dir eine Bitte vorzutragen, durch derenErfüllung ich erst vollständige Genugthuung, erhalten zu haben glauben werde. Duweißt, daß Nureddi» mich öffentlich auf dem Markte vor aller Welt beschimpft hat:gestatte daher, daß die Hinrichtung vor dem Palaste geschehe, und daß die Ausruferdurch alle Stadttheile verkünden: Wer Nureddin köpfen sehen will, komme zu demköniglichen Palast; dort kann er sich an seinem Anblick ergötzen und sehen, wie dieFeinde des Königs und seiner treuen Diener bestraft werden."

Der König gewährte ihm seine Bitte und entließ ihn. Voll Schadenfreude undRachsucht im Herzen begab sich Muin alsbald zu dem obersten Polizeibcamten undbefahl demselben, zu thun, was er so eben dem KönigDorgeschlagen hatte. DieAusrufer thaten ihre Schuldigkeit und verbreiteten in der ganzen Stadt eine allgemeineTrauer. Das noch frische Andenken an die Tugenden und Verdienste des Vatersmachte, daß man überall nur mit Unwillen vernahm, der Sohn solle so schmählichhingcrichtet werden, ^nd zwar auf den Betrieb und durch die Bosheit des verhaßtenVeziers Muin.

Alles strömte herbei, nicht, um sich an dem traurigen Schauspiele zu ergötzen,sondern um dem Unglücklichen, dem cs galt, seine Theilnahme zu bezeigen. Vielehatten sich vor dem Gefängnisse ausgestellt, um ihn zum Richtplatz zu begleiten. Endlicherschien der Vezier mit zehn Mameluken und forderte von Katit die Herausgabe desgefangenen Verbrechers.Mein Herr!" antwortete dieser,ich habe ihn auf deinGeheiß so geschlagen, daß er sich im erbärmlichsten Zustande befindet und sich kaum aufden Füßen halten kann."Heraus mit ihm!" rief der Vezier, beinahe schäumendvor Wuth, und Katit ging hinein, um das arme Schlachtopfer zu holen.

Als er sich der Kerkerthüre näherte, hörte er Nureddin folgende Strophenhersagen:

Wer hilft mir in meinem Elend? Wie meine Noch wächst, so schwindetdie Möglichkeit meiner Errettung.

Die Trennung von ihr hat mein Herz gebrochen, und die Zeit meineFreunde in Feinde verwandelt.

O mein Volk, ist Keiner unter dir, der sich meines Zustandes erbarmtund meinen Klagen antwortet?